Atmung: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 5. September 2014, 01:45 Uhr

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von:

Atmung: die östliche Vorstellung von Atmung geht in ihrer Gesamtheit über den rein physiologischen Vorgang der Sauerstoffaufnahme, wie er im Westen verbreitet ist, hinaus. Dies ist in der asiatischen Denkweise begründet, die die Welt nicht linear, sondern in Zusammenhängen versteht (dào und yin/yang).

Nach der östlichen Auffassung von Mensch und Natur (Chinesische Gesundheitslehre, Atemtherapie und Chinesische Atemmethoden) ist auch der Körper eine kleine Welt, in der sich die beiden gegensätzlichen Kräfte des Lebens, yin und yang, in einem beständigen dynamischen Gleichgewicht befinden. Die Lebensenergie (qi) zirkuliert auf gedachten Bahnen (jing) im Körper und wird durch das Atmen im Fluß gehalten. So kann durch die Atmung Einfluß auf die Stärke der Lebensenergie genommen werden. Diese Vorstellung führte in Asien im Laufe der Geschichte zur Entwicklung zahlreicher Atemmethoden, zunächst mit dem Ziel die Unsterblichkeit zu erreichen, und später zur Einflußnahme auf Körper und Geist. Sowohl die religiösen Gruppierungen des Daoismus und des Buddhismus als auch der östlichen Medizin bedienten sich der verschiedensten Atemmethoden.

  • Indien entwickelte seine eigenen Atemmethoden (prâna und prânayama), die heute noch vor allem in der Yoga-Meditation und Gymnastik verwendet werden.
  • China kann auf eine umfangreiche Geschichte der Atemübungen (qìgōng und chinesische Atemmethoden) zurückblicken, die uns durch zahlreiche Überlieferungen weitgehend bekannt ist. Die Atemübungen, die zunächst der körperlichen Gesundheit dienten, nahmen dort im Laufe ihrer Entwicklung auch Einfluß auf die Kampfkünste. In der chinesischen Medizin wird heute die Atemtherapie als eine der klassischen Heilmethoden praktiziert.
  • Japan hat durch die Überlieferung des Zen-Buddhismus die Zen-Atmung aus China übernommen. Sie wird als Atemmethode vor allem in den verschiedenen Meditationsformen des zen gelehrt, findet aber auch in den Kampfkünsten Anwendung. Die Atmung in den Kampfkünsten (kokyū und kokyū hō) wurde in Japan angepasst und für das Erzeugen von verschiedenen Formen der Kraft (kime) verwendet.

Studien Informationen

Siehe auch: Kokyū | Kokyū hō | Hara | Shingitai |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.
  • Karlfried Graf Dürckheim: Hara, die Erdmitte des Menschen, O.W. Barth Verlag

Weblinks