Ikken hissatsu: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 8. September 2013, 17:05 Uhr

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von:


Ikken hissatsu (jap.: 拳必殺 ): bedeutete „mit einem Schlag töten.“ Der Begriff steht symbolisch für einen wichtigen Inhalt des budō.

Allgemeines

In der philosophischen Interpretation bezeichnet ikken hissatsu nicht das Töten selbst, sondern die Fähigkeit zur absoluten Handlung, die aus der rechten Haltung (shisei) entsteht. Ikken hissatsu ist ein unerreichbares Ideal und meint die Fähigkeit zum Absoluten, die Überwindung der letzten Grenze. In der Übung des budō, die nichts weiter als eine Konfrontation mit den unzähligen inneren und äußeren Grenzen ist, besteht die Möglichkeit, sich diesem Ideal durch die Zeit zu nähern. Ob ein Übender dies tut oder ob er nur Techniken perfektioniert, liegt an ihm selbst.

Wirkung und Achtung

Ikken hissatsu, das in der Praxis des Kämpfens nur die eine Seite des Handlungspotentials darstellt (Wirkung), schließt immer sun dōme mit ein, wodurch es möglich wird, maximale Wirksamkeit der Technik zu üben und ihre destruktive Wirkung durch Kontrolle aufzuheben. Sun dōme bedeutet, dass die Technik 2 cm vor dem Ziel abgestoppt wird. In der philosophischen Betrachtung bedeuten ikken hissatsu und sun dōme, dass ein Mensch die Fähigkeit zur absoluten Wirkung durch die Achtung vor dem Leben im Gleichgewicht hält. Beide zusammen bilden die doppelgleisige Richtung menschlicher Lebensbestimmung (mosshōseki). In der Gesamtverfassung des Menschen sind ikken hissatsu und sun dōme die beiden Pole seines Wirkungsvermögens.

Deshalb tendiert jede Budō-Übung sowohl zur maximalen Wirksamkeit als auch zur Kontrolle, was in der Gesamtverfassung des Menschen das Gleichgewicht zwischen Streben und Achten ausdrückt. Das Gleichgewicht zwischen beiden bewirkt ein gesundes Verhältnis zur Welt. Die Verwirklichung nur einer dieser Haltungen ist nach der Budō-Lehre falsch, denn sie führt entweder zur Vernichtung der Welt (Wirken ohne Achtung) oder zum Rückschritt ins Dulden (Achten ohne Wirkung).

Deshalb ist auch das Üben von wirkungslosen Techniken eine Verletzung dieses Grundsatzes und führt zu einer inneren Fehlhaltung, der das Maß auf der anderen Seite fehlt: der Mensch braucht nicht zu achten, weil er nicht wirken kann. Dies ist weder der Sinn des Lebens noch der Sinn des budō. Die Übung des budō ist eine Herausforderung an alle Grenzen im Menschen und kann jede Fehlhaltung korrigieren, wenn der „Mittlere Weg“ (Buddha) eingehalten wird.

Studien Informationen

Siehe auch: Kaisetsu | Budō | Shisei | Sun dōme | Mosshōseki | Buddha

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.

Weblinks