Jīngluò

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste, Karate Kumite<br.>Nachbearbeitet von: Benutzer:Stephanie Kaiser

Jīngluò (chin.: 经络 (經絡)) bezeichnet die Meridiane des menschlichen Körpers (jap.: keiraku), netzförmige Leitbahnen des .

Die Bewegung des qì findet grundsätzlich in allen Bereichen des Körpers statt und betrifft sowohl die Zellen, die Organe, wie auch das Gewebe. Es gibt praktisch nichts, was nicht von qì durch-drungen wird. Das qì kann alle Körper- und Lebensbereiche unabhängig erreichen und seine Wirkung beliebig entfalten. Bereits im alten China entstanden durch empirische Erfahrungen aus dem qìgōng und der Aku-punktur erste erkennbare Systeme, durch die sich die Qì-Bewegung auf Leitbahnen festmachen ließ. In der Praxis dieser Anwendungen zeigten sich Auswirkungen des qì (deqi, „das qì erhalten“) zunehmend in wiederholbar gleicher Weise und auf gleichen Wegen. Über bestimmte Punkte (xuéwèi) konnte man es in alle Richtungen stimulieren. In diesem Zusammenhang entstand in China ein umfangreiches Netz von Leitbahnen, durch das die inneren Organe, Sinnesorgane, Areale der Muskulatur, des Bindegewebes und der Haut mit-einander verbunden werden. Mit jīngluò werden diese Leitbahnen bezeichnet. Sie sind weit komplexer und umfangreicher, als die einfachen Linien, die man aus den meisten Akupunkturbüchern kennt. Das Zeichen für jīng (经 (經)) bedeutet „Kettfäden eines Gewebes“ und meint damit den vertikalen Faden beim Weben. Das Zeichen für luò (络 (絡)) bedeutet „umwickeln“ und beschreibt eine horizontale Bewegung. Die jīngluò sind ineinander verwobene Strukturen der Qì-Leitbahnen, die sich wie ein Spinnen-netz im ganzen Körper ausbreiten. Die jīngmài bezeichnen 12 Hauptleitbahnen, die in jeweils 6 Yīn- und 6 Yáng-Meridiane unterteilt werden. Dabei bilden jeweils eine Yīn- und eine Yáng-Leitbahn eine Einheit, und verbindet sich mit der ihr zugehörigen Wandlungsphase (wǔxíng). Der genaue Verlauf und die Bezeichnungen der Leitbahnen sind für die Verwendung in den Kampfkünsten im Allgemeinen von untergeordneter Bedeutung. Hier braucht man vor allem die genaue Stelle der Stimulation (xuéwèi).


Studien Informationen

Siehe auch: Xué | Xuè | Xuéwèi | Diǎnxuè und Diǎnxué | Kyūsho |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK 2010.
  • Werner Lind: Karate Kumite. BSK 2014, S. 150.