Karate dō wa rei ni hajimari, rei ni owaru koto wo wasuruna: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 9. September 2013, 13:34 Uhr

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von:


Karate dō wa rei ni hajimari, rei ni owaru koto wo wasuruna (jap.: 空手道は禮に始まり、禮に終る事を忘るな) ist der erste von Meister Funakoshi Gichins zwanzig Karateleitsätzen (karate dō jiukkajō, shōtō nijukun und kaisetsu) bedeutet in der Übersetzung: „Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt, vergiss es nicht“. Die Regel bezieht sich auf den vierten Teil der dōjōkun, in dem die Höflichkeit und die Etikette behandelt wird.

Erklärung

„Ohne Höflichkeit geht der Sinn des karate verloren“, sagt Meister Funakoshi. Ohne gegenseitigen Respekt gibt es kein budō, und die Übenden würden in die Gepflogenheiten des Straßenkampfes oder einer sonstigen Anarchie abgleiten. Mit solchen Sitten würden sich die Menschen auf das Niveau der Tiere begeben und zur Urwaldmentalität zurückkehren. Ganz im besonderen in den Kampfkünsten, in denen ohne Höflichkeit und Respekt Gewalttätigkeiten nicht ausgeschlossen wären, liegt ein ganz besonderer Akzent auf dem gegenseitigen respektvollen Verhalten.

In allen traditionellen Schulen wird deshalb die Etikette (sahō) sehr genau beachtet. Erst durch sie wird das dōjō zu einem Ort, in dem es einem Übenden möglich ist, in angemessener Haltung sich selbst und anderen gegenüber zu üben. Übung ohne Etikette würde das Tor zur Gewalt öffnen und die Atmosphäre der Ruhe und Selbstbesinnung zerstören. Die Einstimmung auf Harmonie, gegenseitige Hilfe und Miteinander würde leiden, und die Kampfkünste würden ihre inhaltlichen Werte verlieren.

Der symbolische Ausdruck des rechten Verhaltens in den Kampfkünsten ist der Gruß (rei), um den sich die gesamte Verhaltensetikette (reigi sahō) aufbaut. Wenn ein Übender ein dōjō betritt, sollte er dies beachten. Die Etikette lehrt ihn, bescheiden, höflich und achtsam zu sein. Wenn er sich erlaubt, die Regeln der Etikette zu verletzen, erweist er sich selbst keinen guten Dienst. Sie sind dazu gedacht, ihm zu helfen, sein Ich kontrollieren zu lernen und ihm den Weg der rechten Kommunikation mit anderen zu zeigen. Dies ist von ebenso großem Wert wie die Übung der Technik.


Studien Informationen

Siehe auch: Kaisetsu | Budō

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.
  • Werner Lind: Budo - der geistige Weg der Kampfkünste. Scherz 1991.
  • Werner Lind: Karate Kihon. BSK 2006.

Weblinks