Karate wa yū no gotoshi, taezu netsu o atahezareba moto no mizu ni kaheru

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Karate wa yū no gotoshi, taezu netsu o atahezareba moto no mizu ni kaheru (jap.: 空手は湯の如し、絶えす 熱度を與へざれば元の水に還へる) ist Meister Funakoshi Gichins elfter Leitsatz (siehe kaisetsu und shōgai karate dō) der shōtō nijūkun, (karate dō nijūkkajō) in der wörtlichen Übersetzung: „Wahres Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht beständig erwärmst“. Meister Funakoshi meint mit diesem seinem elften Leitsatz, dass Fortschritt im budō nur mit Gleichmäßigkeit und Beständigkeit in der Übung zu erhalten ist.

Erklärung

Die Kampfkünste erfordern ein regelmäßiges Training. Nur mit Selbstdisziplin, Beständigkeit und Ausdauer sind sie zu erlernen. Dies ist eine Grundregel, die vor allen anderen steht. Wenn sie vom Schüler nicht beachtet wird, ist jede Bemühung um Fortschritt vergeblich. Schüler, die ihre Trainingszeiten nicht einhalten und oft fehlen, weil sie anderweitig beschäftigt oder zu bequem sind, sind schlechte Schüler. Es ist vollkommen gleich, wie sie ihr Problem begründen. Wenn sie nicht üben, können sie nicht lernen. Es gibt nichts, aus dem mehr herauskommt, als man hineingibt. Deshalb ist es falsch zu denken, dass ein Anspruch auf etwas dadurch gerechtfertigt bleibt, dass man plausible Gründe für die Versäumnisse findet. Wenn ein Mensch sich mit Aufgaben überlädt, deren Bewältigung ihn mehr Kraft kostet, als er hat, wird er auf Resultate verzichten müssen. Durch die falsche Einschätzung übernimmt sich der Mensch mit Zielen und kann keins erreichen. Auf diese Weise stürzen sich manche Menschen auf alle ihnen wert scheinenden Angebote des Lebens und verlieren dann, der nötigen Bekenntnis unfähig, die Kontrolle über ihre Ziele. Wenn solche Menschen in ein dōjō kommen, müssen sie die Selbstdisziplin lernen, denn ihre Haltung ermöglicht ihnen keinen Fortschritt. Viele Ziele anzustreben, zu deren Bewältigung die Kraft oder die Disziplin nicht reicht, bringt keine Erfolge. Die Selbstdisziplin ist die Grundlage für jeden Fortschritt und die beste „Flamme zum Erwärmen des Wassers“. Man geht in ein dōjō, weil man etwas für sich selbst tun will. Doch man muss zuverlässig sein und die rechte Haltung (shisei) mitbringen, denn dort trifft man Menschen, auf die man angewiesen ist und von denen man dasselbe erwartet. Um ihnen in der rechten Weise begegnen zu können, muss man sich auch im alltäglichen Leben zur Ordnung erziehen und seine Angelegenheiten mit Disziplin und Verantwortung lösen. Ist dies nicht der Fall, wird das Wasser jedesmal kalt, und man muss es immer aufs neue erwärmen.

Studien Informationen

Siehe auch: Kaisetsu | Shōgai karate dō | Funakoshi Gichin | Dōjō | Shisei

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.
  • Werner Lind: Budo - der geistige Weg der Kampfkünste. Scherz 1991.
  • Werner Lind: Karate Kihon. BSK 2006.

Weblinks