Mizu no kokoro: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 8. September 2013, 17:26 Uhr

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von:


Mizu no kokoro (jap.: 水の心) bedeutet „ein Geist wie Wasser“. Einer der berühmten Leitsätze der Budō-Philosophie (kaisetsu), der sich auf den vom Vorurteil befreiten Geist bezieht.

Erklärung

Der Geist eines geübten Budōka ist ruhig und klar wie die Oberfläche eines stillen Sees. Eine solche Oberfläche ist ein Spiegel, der alles reflektiert, was in seiner Umgebung geschieht. Der Kampfkunstexperte, der seinen Geist in dieser Haltung übt, wird bald feststellen, dass er dadurch die Aktionen seines Gegners und die Situationen seines Lebens klar erkennen kann und dadurch zu richtigem Handeln fähig wird. Wenn der Geist nicht aufmerksam in der Gegenwart ruht und beständig von Gedanken ergriffen ist, ist er wie ein See, dessen Oberfläche von Wellen bewegt wird. Er wird die Wirklichkeit verzerren und nicht mehr wahrheitsgetreu wiedergeben. Der Mensch kann vor lauter Denken nicht mehr sehen und muss seinem Vorurteil vertrauen. Ohne rechte Erkenntnis wird er falsch handeln. Der Geist muss von intellektuellen Vorstellungen und Gedanken an Vergangenes oder Zukünftiges frei sein, wenn er die gegenwärtige Wirklichkeit erkennen will.

Die körperliche und geistige Übung des budō ist als Einheit anzusehen und darf nicht gegenseitig bevorzugt werden. Der Geist kontrolliert mit seinen ihm gegebenen Fähigkeiten den Körper, und entsprechend qualitativ wird die Handlung sein, gleich wie gut die Technik ist. Deshalb müssen Geist und Körper gleichermaßen entwickelt werden. Der Übende, der ausschließlich seinen Körper trainiert, wird schnell eine Grenze erreichen, denn ohne Erkenntnis wird er falsch handeln. Mit einer nur guten Technik muß er die Disharmonie zwischen Situation und Verhalten durch immense Kraftanstrengungen ausgleichen. Mit einem erkenntnisfähigen Geist verhält er sich im Vorfeld des Geschehens angepasst und harmonisch.

Der Leitsatz besagt, dass die rechte Geisteshaltung (shisei) in der Übung gefunden werden muss, um den Menschen vor Vorurteilen, Irrtümern und gedankenlosen Handlungen zu bewahren. Alle Handlungen hängen letztendlich von der Klarheit des Geistes ab und sind selbst in alltäglichen unscheinbaren Situationen so eng mit diesem verbunden, dass es unmöglich ist, zwischen geistiger Bewegung und körperlicher Bewegung objektiv zu unterscheiden. Die Sinne können nur das Äußere wahrnehmen, und definieren ein Missgeschick als Pech oder Unvermögen. Dahinter steht jedoch immer ein Geist, der mit unterschiedlichen Fähigkeiten erkennt und entscheidet.

Studien Informationen

Siehe auch: Kaisetsu | BudōShisei

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.

Weblinks