Satsuma-Rebellion

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Die Satsuma-Rebellion, der japanische Begriff lautet seinan sensō (西南戦争 - südwestlicher Krieg) bezeichnet die kriegerische Revolte der samurai des Klans Shimazu, aus der Provinz Satsuma von Kyūshū gegen den tennō, den sie 10 Jahre davor im Boshin-Krieg (1868-1869) selbst an die Macht gebracht hatten.

Gründe des Krieges

Die Satsuma-Samurai aus dem Klan der Shimazu verhalfen dem Kaiser Mitsuhito-Tennō (1868-1912) im Boshin-Krieg (1868-1869) den letzten shōgun der Tokugawa (Tokugawa Yoshinobu) zu vertreiben und die Macht des japanischen Kaiserhauses (tennōke) wieder zu restaurieren (meiji isshin). Dadurch wurde das meiji jidai eingeleitet.<br.>Die Provinz der Satsuma auf Kyūshū (südliche Insel Japans) bestand aber bereits seit dem Mittelalter auf einer deutlich abgegrenzten Eigenständigkeit gegenüber Japan und hatte gegenüber den han von Honshū (Hauptinsel) einen ausgesprochenen Sonderstatus. Der auf Kyūshū vorherrschende Kriegerklan der Shimazu konnte schon von Tokugawa Ieyasu (shōgun zwischen 1603 und 1605) nicht unter die Kontrolle des bakufu (Militärregierung) gebracht werden und bestand jeweils aus gegenseitigen Kompromissen.<br.>Darin enthalten war das Abkommen zwischen dem japanischen shōgun und den daimyō der Shimazu von Kyūshū, dass sie im Jahre 1603 Okinawa in eigener Sache erobern durften. Durch die Besetzung Okinawas kontrollierten die Satsuma einen großen Teil des China-Handels und erzielten damit erhebliche Gewinne.<br.>Als eifrige Verfechter des japanischen Kriegertums (bushidō) und des mittelalterlichen Ständesystem (shinōkōshō), sahen sich die Fürsten (daimyō) von Kyūshū zusätzlich ihrer traditionellen Lebensgrundlage beraubt, nachdem die neue Tennō-Regierung den Stand des Kriegers (samurai) praktisch abschaffte. Den veränderten Regierungskurs zu einer klassenlosen Gesellschaft im beginnenden meiji jidai betrachteten die Anhänger der mittelalterlichen Kriegertradition als Verrat.<br.>Als die Meiji-Regierung durch ein entsprechendes Gesetz auch noch Okinawa dem Einfluss der Satsuma entzogen und die Ryūkyū-Inseln zu einer Provinz Japans erklärte, wurde den Satsuma die letzte Motivation zur Kollaboration mit dem tennō genommen.<br.>Zunächst legte Saigō Takamori all seine Ämter in der Meiji-Regierung nieder und zog zurück nach Kagoshima (Hauptstadt von Kyūshū), wo er eine private Schule für das traditionelle bushidō ins Leben rief. Viele seiner Anhänger folgten ihm und bereiteten von dort ausgehend eine Revolte gegen die Politik der Meiji-Regierung vor.

Verlauf des Krieges

Der Aufstand der Satsuma gegen den Meiji-Kaiser wurde von Saigō Takamori organisiert und angeführt, der bereits im Boshin-Krieg eine Hauptrolle spielte und in der anschließenden Tennō-Regierung wichtige Ämter bekleidete. Nachdem die Meiji-Regierung jedoch ihren Kurs änderte und eine klassenlose Gesellschaft anstrebte, entsagte er seinen Regierungsämtern und zog sich aus Protest in sein Heimatland Kyūshū zurück. Im Jahre 1877 kam es zu ersten kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Satsuma-Samurai aus Kyūshū und der kaiserlichen Armee:

  • Schlacht um Kagoshima - die kaiserliche Regierung aus Tōkyō erkannte die von der Insel Kyūshū ausgehende Gefahr und schickte im Januar 1877 eine Marineeinheit in die Hauptstand (Kagoshima), um die Revolutionäre zu entwaffnen. Diese Aktion hatte jedoch keinen Erfolg und wurde von den Kriegern Saigos unterbunden.
  • Schlacht um Kumamoto - im Februar 1877 führte Saigō Takamori seine aus 40.000 Kriegern bestehende Armee zum Angriff auf Kyōto (Stadtteil Kumamoto) in die erste ernsthafte Konfrontation mit den Truppen der japanischen Kaiserarmee. Zunächst belagerte er die Stadt und gab dadurch der Kaiserregierung die Gelegenheit, ihre gesamte Militärgewalt zu konzentrieren. Unter dem Kommando des Feldherrn Sumiyoshi Kawamura versammelten sich ca. 300.000 Soldaten. Das ungleiche Kräfteverhältnis hielt sechs Wochen durch, aber am Ende überlebten in Saigōs Armee nur 400 Krieger.
  • Schlacht von Shiroyama - am 24. September 1877 stellten die kaiserlichen Truppen den Rest von Saigōs Armee bei Shiroyama. Diese Schlacht gilt als die letzte militärische Auseinandersetzung zwischen moderner und traditioneller Kriegsführung in Japan. Saigō Takamori wurde schwer verwundet und später getötet.

Die Niederschlagung der Rebellion war für die japanische Regierung mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden. Sie bedeutete den endgültigen Sieg der modernisierenden Kräfte über die Anhänger alter Traditionen in Japan. Saigō Takamori avancierte im Geist des Volkes zu einem tragischen Helden, und zwang so die japanische Regierung, dessen Mut Jahrzehnte später anzuerkennen und posthum auszuzeichnen.

Studien Informationen

Siehe auch: Japanische Kriege | Satsuma | Boshin-Krieg |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.

Weblinks