Seiza

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Seiza - die japanische Form des Sitzens

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste

Seiza (jap. 静座) ist der Kniesitz, eine japanische Form des Sitzens auf den Fersen, in kniender Position, zum Zwecke der Zazen-Übung, auch taiza (Körpersitz) genannt. Erläuterungen zum Inhalt des Sitzens siehe unter mokusō und zazen. Seiza ist, neben dem Lotossitz, dem halben Lotossitz und agura, die wichtigste und verbreitetste Form. Das Sitzens im zazen, wurde von dem japanischen Meister Okada Torajiro in den ersten zwei Jahrzehnten unseres Jahrhunderts entwickelt und gelehrt.

Okada Torajiro über Seiza

„Ein Wissen vom Wesen der Welt kann nicht durch schlussfolgerndes Nachdenken gewonnen werden. Wenn man in jener wahren Erkenntnis zu `schauen´ vermag, die aus der Mitte aufsteigt, dann wird man verstehen, welchen Sinn letztlich alle Erscheinungen der Welt haben. Heutzutage ist der Weg der Erziehung wie der Weg des Lernens falsch. Das Geschriebene ist nicht die wahre Erkenntnis. Bücher sind immer `Übersetzungen´. Das Original ist das aus seiner Natur heraus Seiende. Nie habe ich darüber nachgedacht, im Kopf zu behalten, was ich gelesen. Wenn ich die Bibel oder buddhistische Bücher und Gebete nur `lese´, so finde ich nur Dinge, die mit meinen Gedanken übereinstimmen. Wenn du lernst und blass aussiehst und nicht anfängst, etwas gern zu essen, was du zuvor nicht mochtest, dann ist das Lernen nutzlos gewesen. So ein Lernen ist gut zum Sterben, aber nicht zum Leben. Eigne dir ein wahres Lernen an, und du lebst fortan glücklich. Sieh zu, so wenig wie möglich belehrt zu werden. Wenn du `sitzest´, wirst du ganz von alleine verstehen.“

(Okada Torajiro - Worte des Meisters)

Form und Haltung

In den Kampfkünsten wird zu Beginn und Ende jedes Trainings seiza eingenommen. Man sitzt auf den Fersen (man kann auch eine Sitzbank oder ein Sitzkissen, zabuton, verwenden), die Knie sind auf eine natürliche Weise geöffnet, so dass sie ein Dreieck bilden. Zu weit geöffnete Knie erzeugen zu großen Druck auf die Stützflächen und gelten außerdem als schlechte Etikette. Zu enge Knie verringern die Sitzfestigkeit. Für die Hände gibt es mehrere Haltungen. Im zen sollten sie sich in hōin befinden, das heißt, die Fingerspitzen sind zusammen, und die Daumenspitzen berühren sich. In den Kampfkünsten kann man die Hände zu Fäusten ballen und sie mit der Fausthammerseite auf die Oberschenkel legen. Auch kann man die Hände geöffnet auf den Oberschenkeln ruhen lassen. Aus der Basis der dreieckigen Sitzhaltung erwächst der obere Körper aufrecht, völlig entspannt und in vollkommenem Gleichgewicht. Dazu muss der Übende seine Wirbelsäule ausrichten und seine Kopfspitze hochstoßen, denn eine gerade Haltung ist die Grundlage für eine gute Atmung. Man muss der Wirbelsäule erlauben, sich in einer natürlichen Position zu strecken, so dass es nirgendwo einen Druck, eine Verspannung oder einen Zwang gibt. Das Rückgrat hat seine eigene natürlich Form, und diese sollte der Übende bei sich selbst finden. Sitzt er mit einer gemachten Haltung, erlaubt er weder einen guten Atemfluss noch einen guten Energiefluss. Das Becken sollte leicht nach vorne geneigt sein.

Studien Informationen

Siehe auch: Mokusō | zazen

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.