Fūryū

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Artikel von: Werner Lind

Fūryū (jap.: 風流) bedeutet wörtlich „Strömen des Windes“ und ist ein Begriff aus dem bushidō im tokugawa jidai, der die geistige Erziehung der samurai bezeichnet. Zu jener Zeit gebrauchte man in den konfuzianischen Schulen den Parallelbegriff bunbu, der verdeutlicht, dass die samurai sowohl den geistigen als auch den körperlichen Aspekt berücksichtigen sollten. Im zen wurde dieser Aspekt weiter ausgebaut und in eine dreigeteilte Einheit zusammengefasst, die man fūryū nennt.<br.>Furyū ermöglicht das rechte Befinden, in der der Mensch Zusammenhänge intuitiv zu erfassen vermag (yūgen). Es begründet sich vor allem auf einem inneren Zustand, in dem der Mensch empfindsam gegenüber einer zeremoniellen Ästhetik (sabi) ist und die Bedeutung der einfachen und kleinen Dinge achtet (wabi). Daher besteht fūryū aus sabi (ein innerer Zustand, der die Ruhe der Einkehr sucht), wabi (die tiefempfundene Achtung vor den einfachen Dingen) und yūgen (das Erspüren dessen, was unter der Oberfläche liegt). Die samurai strebten dies an, indem sie jūkū (Kult der Ruhe), sei (Reinheit der Gedanken), wa (Harmonie der Seele), shōyū (Besonnenheit) und ken (Demut) übten. Wie im Konfuzianismus die Verbindung zwischen dem Weisen (seijin) und dem Krieger (shi) gelehrt wurde, vereinigte auch das Zen die ausgeprägte Empfindsamkeit der Seele mit der Kriegskunst und führte sie im Menschen zu einer Ganzheit zusammen, die zur Grundlage der geistigen Erziehung der samurai (bushidō) wurde.

Studien Informationen

Siehe auch: Bunbu | Sabi | Wabi | Yūgen |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.


Weblinks