Kōdōkan

Aus Budopedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
120px-Qsicon Ueberarbeiten.svg.png Der Inhalt dieser Seite ist nicht vollständig und muss überarbeitet werden.

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Kōdōkan (講道館) bedeutet „Schule zum Studium des Weges“ und ist die Bezeichnung für die erste Jūdō-Schule Japans, die Kanō Jigorō im Jahr 1882 im Eishoji-Tempel in Tōkyō gegründet hat.

Etymologie und Namensgebung

Das Schriftzeichen für Kōdōkan besteht aus drei kanji: (講) - aerg; (道) - Weg und kan (館) - Haus, Gebäude.<br.>Die Bezeichnung „Kōdōkan“ stammt nicht von Kanō Jigorō selbst. Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in Mitō, in der Präfektur Ibaragi, ein Institut zur Förderung akademischer Studien von Tokugawa Nariaki gegründet und so benannt. Gelehrte wie Aizawa Seishisai und Fujita Tōko aus der mitogaku entwickelten dort jenes nationalistische Gedankengut, das 1868 zum Umsturz des Tokugawa-Shōgunats führte und die ideologische Basis des meiji jidai war. Von dort stammt die Bezeichnung für Kanōs Kōdōkan.

Anfänge des Kōdōkan

Der erste Kōdōkan wurde 1882 von Kanō Jigorō im Eishoji-Tempel von Tōkyō gegründet. Anfangs unterrichtete Meister Kanō dort nur neun Schüler auf 12 tatami. Doch sehr schnell wurde der Kōdōkan zum Weltzentrum des jūdō. Viele Instruktoren wurden dort ausgebildet. Auf den Urkunden der Schwarzgurte des Kōdōkan steht Kanō Jigorōs Leitsatz: „Nur durch gegenseitige Hilfen und Zugeständnisse kann ein Organismus, bestehend aus einer größeren Anzahl von Menschen, seine Harmonie finden, bewahren und Fortschritte machen.“ Das Emblem des Kōdōkan ist die Kirschblüte (sakura).

Die Aufnahmebedingungen im alten Kōdōkan wurden durch fünf Gebote geregelt, die die Schüler in der Gründungszeit des jūdō mit ihrem Blut unterschreiben mussten:

  1. Wenn ich im Kōdōkan aufgenommen werde, will ich keine Übung ohne wichtigen Grund versäumen.
  2. Ich werde meiner Schule keine Schande machen.
  3. Ohne Genehmigung werde ich die mir übergebenen Geheimnisse der Meisterschaft niemandem erzählen und niemandem zeigen.
  4. Ohne Genehmigung werde ich keinen Unterricht im jūdō geben.
  5. Erst als Schüler und dann als Lehrer werde ich immer unentwegt den Regeln des dōjō folgen.

Kōdōkan heute

Im Jahre 1962 wurde in Tōkyō das Kampfkunstzentrum Budōkan errichtet, in dem der Kōdōkan sein neues Domizil fand. Neben dem jūdō beherbergt der Budōkan auch weitere Disziplinen des japanischen budō.

Studien Informationen

Siehe auch: Butokuden | Budōkan | Kanō Jigorō | Jūdō

Literatur

  • John Stevens: Three Budō Masters. Kodansha International.
  • Julia Karzau: Drei Meister des Budo. Sportverlag Berlin 1998.

Weblinks