Kamagusari

Aus Budopedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von:

Kamagusari (jap.: 鎌鎖), Variante der okinawanischen Sichel (kama) im okinawanischen kobujutsu. In Japan wurde eine ähnliche Version als kusarigama bezeichnet.<br.>Kamagusari besteht aus einer Sichel, die an einer langen Schnur aus Sisalhanf oder Rosshaar oder an einer Kette befestigt wurde. Die Schnur war entweder am Ende des Griffes oder an der Rückseite der Klinge nahe bei der Spitze des Griffes befestigt. Die Länge der Schnur betrug zwischen 70 cm (kiraku ryū) und 3,6 m (isshin ryū), während an ihrem anderen Ende ein schwerer Gegenstand (Stein, Metall) befestigt wurde.

Haltungen mit Kamagusari (Bild)

Entwicklung der Sichelketten

Später ersetzten die okinawanischen Kobudō-Meister die Schnur durch eine feingliedrige Kette, woher auch der Name dieser Waffe stammt. Dies vermehrte die Anwendungsmöglichkeiten der Waffe, die dann auch wirkungsvoller gegen Klingenwaffen eingesetzt werden konnte. Dadurch entstanden viele neue Methoden des Schwingens und des Wirbelns. Eine Methode war, die Länge der Kette vorher festzulegen, die man für den Abstand zum Gegner benötigte. Dann wurde die kamagusari sehr schnell herumgewirbelt. Man konnte das spitze Ende der Klinge so führen, dass es in jedem gewünschten Ziel stecken blieb. Eine andere Methode bestand darin, dass während des Wirbelns allmählich immer mehr Kette freigegeben wurde. Diese Methode war schwieriger, doch sie konfrontierte den Gegner mit einem unbekannten Element, da er nie wusste, auf welche Reichweite er sich einstellen sollte. Die okinawanischen Meister benutzten die Waffe auch in der Weise, dass sie die Kette doppelt nahmen. Die Waffe wurde dann in einer nur kurzreichenden Schwingbewegung benutzt. Wenn sich der Gegner an diese Reichweite gewöhnt hatte, wurde das schwere Ende losgelassen, um ihn zu treffen. Jede dieser Methoden verfügte über mehr Reichweite als die meisten anderen Waffen.

Techniken der Kamagusari

Der Nachteil der kamagusari bestand darin, dass sich die Kette leicht verfangen konnte. In diesem Fall musste der Benutzer sofort mit dem beschwerten Ende der Kette zuschlagen. Es gab jedoch auch Techniken, bei denen die Kette absichtlich um die Waffe oder die Beine des Gegners gewickelt wurde. Weiter wurde die Kette verwendet, um die geschwungene Sichel zurückzuholen. Dies konnte der Fall sein, falls die Sichel nach einem Treffer, oder aus sonstigem Grund, stecken blieb.

Es gibt heute nur noch wenige Kampfkunstexperten, die im Umgang mit der kamagusari den alten Meistern gleichkommen. Sie leben auch heute zumeist auf Okinawa. Da die Techniken der kama kusari zu den fortgeschrittensten Waffentechniken gehören, überschreiten sie in fast keinem Fall die Grenzen Okinawas. Die vielen Kama-Methoden, die heute weltweit geübt werden, stehen in den meisten Fällen nicht in Verbindung zu der alten authentischen Kunst (Entwicklung der japanischen kamagusari siehe unter kusarigama).

Studien Informationen

Siehe auch: Buki | Kobujutsu (Japan) | Kobujutsu (Okinawa) | Nichōgama | Kusarigama | Naigama | Sōgama | Jingama | Rokushakugama | |

Literatur

  • Yamashita Tadashi - Kusarigama, Ohara,

Weblinks