Kusanagi no tsurugi

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Der Begriff kusanagi (草薙剣) bedeutet „Grasschneider“ und bezeichnet ein mythologisches Schwert (tsurugi), in der Wortkombination eine der drei Amtsinsignien (sanshū no jingi, vereinfacht jingi) der japanischen Kaiserfamilie (tennōke), durch die der amtierende Kaiser (tennō) als von den Göttern (kami) abstammender Herrscher ausgewiesen wird.

Mythologie

Die Mythologie im nihonshoki (日本書紀 - „Chronik Japans in einzelnen Schriften“) berichtet vom Sturmgott Susanoo no mikoto, der das Schwert im Bauch einer achtköpfigen Schlange gefunden haben soll, nachdem er sie mit sake betäubte und danach tötete. Er nannte es murakumo no tsurugi („das den Himmel mit Wolken verdunkelnde Schwert“) und überließ es zunächst seiner Schwester, der Sonnengöttin Amaterasu, die es meherere Generationen später dem Sohn des Keikō-Tennō, Yamato Takeru no Mikoto (82-113) schenkte. Dadurch gelangte das göttliche Schwert in die Hände der Menschen.

Die Bezeichnung kusanagi (Grasschneider) entstammt dem Altjapanischen (bungo) und beruht auf einer Legende aus dem nihonshoki, laut der sich Yamato Takeru aus einem brennenden Grasfeld befreien konnte, indem er damit das ihn umgebende Grasland schnitt. Gleichzeitg merkte er, dass das Schwert ihm die Kontrolle über die Winde verlieh, womit er Wind und Feuer auf seine Gegner lenken und diese dadurch zerstören konnte. Mit der Hilfe dieses Schwertes konnte er später (97 n.Chr.) die Kumaso von Kyūshū und (110) die Ezo (Ainu) aus dem Norden der Hauptinsel (Honshū) bezwingen und das Reich der Yamato einigen. Jedenfalls wurde kusanagi danach zum Erbstück des japanischen Kaiserhauses erklärt und zusammen mit yasakani no magatama (Krummjuwelen) und yata no kagami (Spiegel) zu Symbolen der kaiserlichen Macht, die von Generation zu Generation bis heute weiter vererbt wurden. Der Kindkaiser Antoku verlor das Schwert jedoch in der Seeschlacht von dan no ura (1185) im Meer, angeblich wurde es wieder gefunden und wird heute im Schrein von Atsuta (Nagoya) aufbewahrt aber nicht öffentlich ausgestellt. Die Vermutung der Geschichtsforscher, dass das dort aufbewahrte Schwert nur eine Replik ist, ist begründet.

Wissenschaft

Kusanagi ist kein echtes japanisches Schwert (tsurugi), wie wir es aus der späteren hochentwickelten Tradition der japanischen Schwertschmiede (kaji) kennen. Es ist ursprünglich eine zweischneidige koreanische Kreation, hergestellt im Stil der Bronzezeit und steht für die Überlieferung der koreanischen Metalltechnik auf die japanischen Inseln. Diese Technologie war jedoch für die Japaner von so großer Bedeutung, dass sie dieser Errungenschaft einen mystischen Status gaben und dieses Schwert als Teil der sanshū no jingi (三種の神器), die drei heiligen Amtsinsignien, bezeichneten. Von gleichrangiger Bedeutung waren yasakani no magatama (Juwelen) und yata no kagami (Spiegel) - alles neu importierte Technologien vom asiatischen Festland die für den gesellschaftlichen Fortschritt im yayoi jidai standen.

Studien-Informationen

Siehe auch: Sanshū no jingi | Japanische Mythologie | Tennō |

Literatur

Weblinks

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