Matthew Calbraith Perry

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von

Matthew Calbraith Perry, auch bekannt als Commodore Perry, geboren am 10. April 1794 in Newport (Rhode Island, USA), gestorben am 4. März 1858 in New York, war der Kommandant eines amerikanischen Geschwaders von vier Schiffen, die Japan 1853 zur Öffnung ihrer Häfen zwangen. Er war der Sohn eines amerikanischen Marineoffiziers und ein jüngerer Bruder von Oliver Hazard Perry, ein bekannter amerikanischer Marinekommandant, der durch seinen eindrucksvollen Sieg (1813) in der Schlacht auf dem Eriesee von in den USA bekannt wurde.

Commodore Perry auf Okinawa (1853)

Die politische und soziale Situation der Ryūkyū-Inseln änderte sich, nachdem Matthew Calbraith Perry im Jahre 1853 auf Okinawa landete und dem Inselstaat eine neue Perspektiven gab. Eigentlich auf dem Weg nach Japan, um das Kaiserreich im Auftrag der amerikanischen Regierung dem Welthandel zu öffnen, stationierte der Commodore zuerst auf Okinawa. Mit seiner Initiative wurde dort eine für die Inseln wichtige Kohlestation eingerichtet aber vor allem wurde die Initiative der Ryūkyū-Bewohner gestärkt, sich den Westmächten zu öffnen.

Commodore Perry vor Edo (1853)

Noch in demselben Jahr zog Commodore Perry mit seinen vier „Schwarzen Schiffe“ (Mississippi, Plymouth, Saratoga und Susquehanna) weiter und erreichte am 7. Juli 1853 den Hafen Uraga, in der Bucht der japanischen Hauptstadt Edo (heute Tōkyō). Dort nahm er Kontakt zu den japanischen Militärherrschern (shōgun) auf und überreichte ihnen ein Schreiben seines amerikanischen Präsidenten (Fillmore), in dem die USA forderte, alle japanischen Häfen für den gegenseitigen Handel zu öffnen.<br.>Die seit 1600 in einer langen Reihe amtierenden Tokugawa-Shōgune hatten das Land am Ende in einen tiefen Abgrund von Dekadenz und Armut gestürzt. Willkür und Unterdrückung seitens der Militärherrschaft führten zu Unruhen und Aufständen, denen das bakufu (zentrale Militärregierung) nur noch wenig entgegensetzen konnte. Besonders ihre alten Feinde (Shimazu und Mōri) - den Tokugawa an Rang und Ansehen ebenbürtig - forderten lautstark die Ablösung des shōgun und die Rückgabe der Macht in die Hände des tennō.<br.>Doch die Militärherrschaft des Tokugawa-Shōgunats hielt sich für unbezwingbar und lehnte die von den Amerikaner unterbreitete Verträge ab. Commodore Perry kündigte an, in einem Jahr mit einer Flotte wieder zu kommen, die unterschriebenen Verträge abzuholen oder die japanischen Häfen gewaltsam zu öffnen. Diese Warnung wurde vom bakufu ignoriert.

Aufgrund des am 31. März 1854 zwischen Abe Masahiro und Perry geschlossenen Vertrages von Kanagawa wurden zunächst die Häfen Shimoda und Hakodate für amerikanische Schiffe zum Laden von Proviant geöffnet, zudem wurden im Vertrag eine „gute Behandlung“ von Amerikanern sowie eine Begünstigung amerikanischer Schiffe vereinbart.

Commodore Perry öffnet Japan (1854)

Da das bakufu sich aber weigerten, ließ er den shōgun wissen, dass er in einem Jahr mit einer Flotte wiederkäme, um sich den unterschriebenen Handelsvertrag abzuholen. Im März 1854 kehrte der Commodore mit sieben Schiffen zurück, beschoss die Burg von Edo und zwang das bakufu zur Unterschrift eines Vertrages (Vertrag von Kanagawa), laut dem Shimoda auf der Halbinsel Izu und Hakodate in Hokkaidō zum Handel geöffnet werden mussten.

Die Flagge von Perrys Flaggschiff war bei der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg an den Aufbauten des Schlachtschiffes USS Missouri angebracht, auf dem die Kapitulation am 2. September 1945 unterzeichnet wurde.

Perrys Tochter Caroline war mit dem deutsch-amerikanischen Bankier und Politiker August Belmont verheiratet.

Studien Informationen

Literatur

  • Francis L. Hawks: Narrative of the Expedition of an American Squadron to the China Seas and Japan. Washington 1856.
  • John G. Roberts: Black ships and rising sun, The opening of Japan to the West. New York 1971.
  • William Elliott Griffis: Matthew Calbraith Perry. A Typical American Naval Officer. Cupples & Hurd, Boston 1887.
  • Samuel E. Morison: "Old Bruin": Commodore Matthew C. Perry, 1794–1858. Little, Brown, Boston 1967.

Weblinks