Pénglái

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Artikel von: Werner Lind
Nachbearbeitet von: Stephanie Kaiser

Pénglái (chin.: 蓬莱) auch Peng Lai oder penglaishi, heißt wörtlich „wucherndes Unkraut“ und bezeichnet in der chinesischen Mythologie das Inselreich der „Unsterblichen“ (xiān), mit dem „Pilzwuchspalast aus Gold und Silber“. Die Inseln der Unsterblichen wurden auch als „drei Inseln der Feen“ (Peng Lai, Ying Zhou und Fang Zhang) bezeichnet, die im östlichen Meer liegen und gelten im Alten China auch als die „Inseln der Sehnsucht“.

Nach vorchristlicher daoistischer Auffassung ist pénglái ein mystisches Inselreich im Ostchinesischen Meer, das von Unsterblichen (xiān) bewohnt wird. Dort wächst der „Pilz der Unsterblichkeit“, auch „Unsterblichkeitskraut“ oder „Elixier des ewigen Lebens“ genannt, der ewiges Leben verleiht. Die Darstellung kann manchmal auch als Binse erfolgen. Pénglái gilt auch als Aufenthaltsort der sogenannten „Acht Unsterblichen“ (bāxiān), die in China als Heilige verehrt werden.

Die fangshi des religiösen Daoismus (dàojiā) waren Spezialisten für alle Angelegenheiten, die pénglái betrafen, vor allem gaben sie an zu wissen, wie man diese Inseln findet. Im Glauben an ihre Lehren wurden seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. vom chinesischen Kaiserhaus Suchexpeditionen gestartet, aber die Inseln wurden nie gefunden. Der Legende zufolge kann das „Inselsereich der Unsterblichen“ niemand erreichen, da die Schiffe von den Küsten der Inseln von gewaltigen Stürmen zurück getrieben wurden. Viele dieser Expeditionen kamen nicht mehr zurück.

Manche strandeten auf Okinawa und beeinflussten dort die einheimischen Kampfkünstler mit chinesischen Konzepten. In Folge entwickelte sich das tōde zum okinawate und schließlich zu karate.

Studien Informationen

Siehe auch: Ryūkyū-Inseln | Bāxiān | Xiān |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2009.
  • Josef Guter: Lexikon der Götter und Symbole der Alten Chinesen. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-04-5, S. 166-167.

Weblinks