Rokugu

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von:

Der Begiff rokugu (六具) bezeichnet die tradionellen sechs Bestandteile einer japanischen Rüstung, innerhalb derer sich die einzelnen Teile klassifizieren. Eine vollständige japanische Rüstung besteht aus mindestens 23 Einzelteilen. Die sechs Hauptkomponenten (rokugu) sind:

  • Dō (Panzer) - der Begriff dō (Begriffsklärung) hat im Japanischen viele Bedeutungen. Mit dem kanji 胴 geschrieben bezeichnet er einen Harnisch, Kürass, Panzer oder Rumpfschutz, den wichtigsten Teil der japanischen Rüstung. Über die Jahrhunderte wurden dafür verschiedene Fertigungsweisen entwickelt. Überwiegend bestanden diese Konstruktionen aus Lamellen (sane). Alle beabsichtigten in erster Linie den Schutz des Bauches (hara), der Brust (mune) und des Rückens (senaka). In den hochentwickelten Versionen gehörte auch ein Schulterschutz (kata ate) und eine Armschutz (sode ate dazu. Auf der Rückseite der Konstruktion wurde mit einem Ring und einer Hülse ein Banner (sashimono) befestigt.
  • Kabuto (Helm, Kopfschutz) - der Kopf des Kriegers wurde durch einen Helm geschützt, der sich in Form und Aussehen über die Jahrhunderte immer wieder veränderte und der jeweiligen Rüstung anpasste. Zumeist verlängerte er sich nach unten zum Schutz der Kehle (nodowa) und des Nackens (shikoro). Unter dem Helm wurde ein Kopftuch (hachimaki), später eine Stoffmütze (eboshi) getragen. Die Fußsoldaten (ashigaru) trugen lediglich einen einfachen, lampenschirmähnlichen Kriegshut (jingasa), auf dem das Wappen (mon) ihres Kriegsherrn aufgedruckt war.
  • Menpō (Gesichtsmaske) - Schutz des Gesichtes (men), auch als groteske, abschreckende Maske zum Einschüchtern der Gegner getragen. Das Konzept bestand aus dem praktischen Teil des Gesichtsschutzes men gane (Gittermaske aus Eisen), mit dem oft ein Kieferschutz (hō ate) und ein spezieller Halsschutz (nodowa) verbunden war. Die Bestandteile wurden durch mehrere Befestigungsschnüre (men himo) zusammen gehalten und manchmal mit dem Helm (kabuto) verbunden.
  • Yugake (Handschutz) - Handschuhe aus Textil oder gegerbter Tierhaut, die im japanischen Bogenschießen (kyūjutsu) zum Selbstschutz an der Abzugshand um Daumen, Zeige- und Mittelfinger getragen wurde und im modernen kyūdō immer noch zur Standardtausrüstung zählen. Hanschuhe wurden aber auch von Schwertkämpfer getragen. Diese bestanden aus Metallplättchen (sane), die auf dem Handrücken angebracht waren und mit dem Unterarmschutz (kote ate) durch Scharniere verbunden werden konnten.
  • Haidate und Sune ate (Oberschenkel- und Unterschenkelschutz) - den Schutz der Oberschenkel gewährte anfangs ein den Leibpanzer () verlängernder Panzerrock (kusazuri), später aber eine spezielle Konstruktion für den Oberschenkelschutz (haidate), die nur von den gehobenen samurai getragen wurde. Die ashigaru trugen nach wie vor die einfache Panzerschürze (kusazuri). Die Unterschenkel (sune ate) wurden durch eigene Plattenpanzerungen geschützt.
  • Ashi ate (Fußschutz) - der Begriff ashi ate'' (Begriffsklärung) hat mehrere Bedeutungen. In diesem Fall bedeutet ashi ate "Fußschutz". Oft trugen die samurai zur Rüstung an den Füßen schwere Stiefel aus Bärenfell oder leichte Strohsandalen (waraji).

Die japanischen Rüstungen erfuhren im Laufe der Jahrhunderte jedoch viele Veränderungen, so dass es entsprechend viele und unterschiedliche Bezeichnungen gibt, die nicht immer als sinngemäßer Bedeutungsträger ausgewählt wurden, sondern auch einfache Personennamen, z.B. desjenigen, der Verbesserungen vorgenommen hat, sein konnten.<br.>Die Rüstungsherstellung änderte sich im Laufe der Jahrhunderte je nach Bedarf, der von der Art der Kriegsführung bestimmt wurde.

Studien Informationen

Siehe auch: Japanische Rüstungen | Yoroi | Gusoku | Katchū

Literatur

  • Teru Akiyama: Japanese Helmets and Armour. In: Japan Picture Vol. 5, Tokyō 1937.
  • Arai Hakuseki: The Armour Book in Honcho Gunkiko. Tōkyō 1964.
  • Willis Hawley: O yoroi, the Great Harness. Hollywood 1977.
  • Chitora Kawasaki: Military Costume of Old Japan. Tōkyō 1893.
  • J. Hopson: The Armour of Feudal Japan, Chitora Kawasaki. - Military Costume of Old Japan, Tōkyō 1893.
  • Oscar Ratti & Adele Westbrook: Secrets of the Samurai. Tuttle 1973.
  • Mitsuo Kure: Samurai, der Weg des Kriegers. Stocker-Schmid AG, Zürich 2006.
  • Stephen Thurnbull: Geschichte der Samurai. Stocker-Schmid AG, Zürich 2005.
  • Sasama, Yoshiko: Nihon Budō-Jiten. Tōkyō 2003.
  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK 2009.

Weblinks