Shuri te

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Shurite, auch shurite, (jap.: 首里手, okin. suidi) bezeichnet die „Hand aus Shuri“. Shuri war die Hauptstadt Okinawas, in der der König und die Mitglieder des Adels (shizoku) lebten. Heute ist Shuri ein Stadtteil Nahas. Shurite benannte man allgemein die Kampfsysteme (tōde), die von den Meistern dieser Stadt entwickelt und ausgeübt wurden. Das shurite bildet zusammen mit dem tomarite das Hauptsystem des shōrin ryū.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit shuri te bezeichnet man alle Kampfsysteme, die von den Meistern dieser Stadt entwickelt und ausgeübt wurden, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Inhalt. Durch die hohe Konzentration der shizoku in der Hauptstadt, war Shuri lange Zeit das Zentrum des okinawanischen karate.
Der erste geschichtlich bekannte Meister des shuri te war Sakugawa Kanga. Er lernte zunächst das okinawanische te unter dem Mönch Takahara Peichin (Schüler von Matsu Higa) und später das chinesische quánfǎ unter Kūshankū und gründete durch die Kombination der beiden Systeme den ersten systematisierten Stil des tōde, dessen Inhalte und Konzepte heute bekannt sind. Sein Schüler war Matsumura Sōkon, der in Anlehnung an das chinesische Shǎolín-System seinen Stil shōrin ryū gokoku an tōde nannte - ein Begriff, der später für alle Stile aus Shuri und Tomari übernommen wurde. Unter Matsumura entstand in Shuri eine große Schule, aus der viele bedeutende Kampfkunstexperten hervorgingen (Itosu Yasutsune, Azatō Yasutsune, Kyan Chōtoku, Yabu Kentsū, Hanashiro Chōmo u.a.), die später ihre Stile auf eigene Weise, aber in Anlehnung an den Begriff shǎolín zu bezeichnen begannen.

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Kata des Shurite

Die meisten kata des shurite kann man technisch nur bis zu Sakugawa und Matsumura zurückverfolgen, da sie in deren ryū zum ersten Mal systematisiert wurden. Matsumura schreibt man die Systematisierung der naihanchi, passai, seisan, useishi und hakutsuru zu, die er aus China mitgebracht haben soll. Die naihanchi und die pinan sind heute die Grundformen des shurite Kata-Systems.
Ursprünglich wurde die naihanchi den Schülern zuerst gelehrt. Um 1900 begann Meister Itosu die Pinan-Kata aus der kūshankū und der chanan zu entwickeln und unterrichtete sie als Anfänger-Kata. Die nächsten kata im shuri te sind die passai und die seisan. Itosu entwickelte aus der alten passai die Varianten passai dai und passai sho. In der Itosu-Schule wurden auch die jutte, jion und ji'in geübt, die wahrscheinlich aus dem tomari te stammen.
Die fortgeschrittensten Formen des shurite sind chintō, kūshankū und gōjūshihō. Die chintō soll von einem chinesischen Seemann (Anan) stammen, der auf Okinawa Schiffbruch erlitten und in Tomari unterrichtet hat. Tatsächlich ist die Tomari-Version der chinesischen Kata-Auffassung näher als die einfachere Shuri-Variante. Die exakte Bedeutung des Begriffes chintō ist nicht sicher. Eine Deutung bezieht sich auf die kanji (Schriftzeichen) und übersetzt sich mit „Kämpfen nach Osten“ oder „Kämpfen in einer Stadt“. Eine andere mündliche Überlieferung besagt, dass Matsumura die kata entwickelte, nachdem er von Iwah eine Form des Kranichstils (hèquán) gelernt hatte.
Eine andere fortgeschrittene kata des shurite ist die hakutsuru („Weißer Kranich“). Sie wurde jedoch nur in bestimmten Kreisen geübt und galt als geheim. Die meisten Stile integrierten sie nicht in ihre offiziellen Kata-Programme, sondern lehrten sie getrennt. Eine weitere shurite kata ist die chinte. Wahrscheinlich hat Itosu sie von Matsumura gelernt und im Stil bewahrt.

Studien Informationen

Siehe auch: Okinawate | Karate | Shuri | Shurite kata | Tomarite | Nahate | Shōrin ryū |

Literatur

  • George H. Kerr: Okinawa - The History of an Island People. Tuttle, 2000.
  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studie, 2009.
  • Werner Lind: Okinawa Karate. Sportverlag Berlin, 1998.
  • Werner Lind: Karate Kumite. BSK-Verlag, 2014.
  • Hokama Tetsuhiro: Timeline of Karate history. 2007.

Weblinks