Tonfa-Meister

Aus Budopedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
120px-Qsicon Ueberarbeiten.svg.png Der Inhalt dieser Seite ist nicht vollständig und muss überarbeitet werden.

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Peter Crepon

Die okinawanische tonfa (トゥンファー) etablierte innerhalb des okinawanischen kobujutsu und kobudō viele bedeutende Meister. Diese entwickelten die okinawanischen Tonfa-Techniken (tonfajutsu) und die okinawanischen Standardtformen (tonfakata).

Okinawanische Tonfa-Meister

Die meisten Meister des kobudō übten sich nicht nur in einer Waffe, in diesem Fall des tonfa. Sie beherrschten ebenfalls weitere Waffen, wie sai, kama oder . Einige Meister jedoch gingen mit ihrer Kunst in die Geschichte der Kampfkünste ein. Die wichtigsten Tonfa-Meister werden unten aufgeführt:

Matayoshi Shimpō (Zen Okinawa Kobudō Renmei)

Matayoshi Shimpō war ein okinawanischer Karate- und Kobudō-Experte, der unter seinem Vater Matayoshi Shinkō mit dem Studium der Kampfkunst begann. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1947 unterrichtete er zuerst in Japan. Später, 1960, kehrte er nach Okinawa zurück und lehrte zuerst im dōjō von Higa Seikō, eröffnete jedoch im Jahre 1960 sein eigenes dōjō, in dem er Matayoshi Kobudō im Gedenken und zu Ehren an seinen verstorbenen Vater unterrichtete. Zehn Jahre nach seiner Rückkehr nach Okinawa gründete er die Ryūkyū Kobudō Renmei. Diese Organisation wurde später in die Zen Okinawa Kobudō Renmei umgewandelt. Heute wird weltweit in vielen Schulen Matayoshi Kobudō unterrichtet. Der Meister verstarb 1997.

Matayoshi Shinkō (Ryūkyū Kobujutsu)

Matayohsi Shinkō war der Vater von Matayoshi Shimpō und sein Lehrer im kobudō. Shinkō wurde 1888 auf Okinawa geboren. Er begann schon früh in seiner Kindheit mit dem Studium des kobudō unter Agena Shokuhō. Bei ihm lernte er die Waffen , sai, eiku und kama. Später kamen noch nunachaku und tonfa hinzu, die er unter Meister Irei Moshigwa studierte. Im Jahre 1911 reiste Matayoshi nach China, um seine Kampfkunsterfahrungen zu vertiefen. Als er im Jahre 1915 nach Japan zurückkehrte demonstrierte er seine Kunst mit Meister Funakoshi, Go Kenki und Mabuni Kenwa in Osaka und Tōkyō. Schließlich kehrte er 1935 wieder zurück nach Okinawa und vertiefte dort seine Erfahrungen, die er auf seinen Sohn übertrug. Er war ein bedeutender Meister des okinawanischen kobudō.

Matsu Higa (Matsu Higa Kobujutsu)

Über das Geburtsdatum Matsu Higas sind die Historiker uneinig. Verschiedenen Quellen zu folge soll er um 1700, 1663-1738 aber auch 1790-1870 gelebt haben. Eine Geschichte erzählt von einer Begebenheit, in der Matsu Higa auf der Insel Bokuto, in der Nähe von Formosa gegen einen chinesischen Tonfa-Meister mit seinem kämpfte. Matsu Higas beeindruckte den Tonfa-Meister so sehr, dass er dem Okinawaner seinen Tonfa-Stil lehrte, der heute in der matsuhiga no tonfa überliefert ist. Diese kata wird als der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Tonfa-Stile Okinawas angesehen. Weiterhin überlieferte er auch eine Sai-Kata, die ebenfalls nach ihm benannt wurde.

Miyagi Masakazu (Honshin ryū)

Meister Miyagi wurde am 25.9.1935 geboren. Er ist der Gründer des honshin ryū. Miyagi begann sein Studium der Kampfkünste zuerst im uechi ryū. Später wurde er Schüler von Nakamura und lernte ebenfalls kobudō unter Kyan Shinei. Nach dem Tod Nakumaras trat Miyagi seine Nachfolge an. Er lehrt die Waffen , sai, kama und tonfa.

Sakugawa Shungo (Ryūkyū Kobujutsu)

Meister Sakugawa Shungo (auch Teruya Kanga Sakugawa) wurde im März des Jahres 1733 in Akata/Okinawa geboren. Sakugawa war der erste geschichtlich bekannte Lehrer des okinawanischen karate oder tōde. Er begann sein Studium der Kampfkunst im Jahre 1750 bei Takahara Peichin, der ebenfalls in seinem Geburtsort wohnte. Takahara war ein Schüler von Matsu Higa ( und tonfa). Später begegnete er Meister Kūshankū. Von ihm lernte er die gleichnamige kata, die er ins shōrin ryū übertrug und die wir heute noch als kanku üben. Man nimmt an, dass er fünfmal in China weilte und das diese Aufenthalte seine Tradition und sein Wertempfinden in der Vermittlung der Kampfkunst bestärkte. Er schaute somit nicht nur auf die Technik, sondern speziell auf die innere Werte der Schüler. Der Meister unterrichtete ebenfalls den und überlieferte seine Auffassung des Kampfes mit dem Stock in der kata sakugawa no kon. Sakugawa Shungo verstarb am 7. Juli 1815.

Shimabukuro Tatsuo (Isshin ryū Kokusai Karatedō Renmei)

Shimabukuro Tatsuo wurde 1908 in Chan/Okinawa geboren. Auch er begann, wie viele okinawanische Meister, im frühen Alter von 8 Jahren mit dem Studium der Kampfkunst unter seinem Onkel Kamasu. Später, mit 23 Jahren, übte er unter Kyuan Chōtoku und danach unter Miyagi Chōjun. Das okinawanische kobudō lernte er bei Yabuki Moden und unter Meister Taira Shinken. Im Jahre 1959 stellte er seine eigene Kampfkunstauffassung, das Isshin ryū, der Öffentlichkeit vor. Dieser Stil ist heute weltweit verbreitet und lehrt , sai und tonfa. Der Meister starb im Jahre 1975.

Taira Shinken (Ryūkyū Kobujutsu)

Taira Shinken (auch Maezato) wurde 1897 auf Kumejima, einer Okinawa vorgelagerten Insel geboren. Er begann seine Laufbahn im Studium der Kampfkunst 1922 unter Funakoshi Gichin. Mit kobudō kam er 1929 unter Yabiku Moden in Berührung, dessen Schüler er bis ins Jahr 1929 blieb. Er bekam 1933 das menkyo kaiden von Yabiku. Ein Jahr später lernte er Mabuni Kenwa kennen und wurde sein Schüler. Im Jahre 1942 kehrte Taira Shinken nach Okinawa zurück und gründete den Ryūkyū Kobudō Hozon Shinkōkai. Aus seinen umfangreichen Studien überlieferte er 40 alte kata des kobudō. Eine wertvolle Film-Sammlung über kobudō, die damals bei seinem Japanaufenthalt unter den Lehrern Yabiku und Mabuni gedreht wurden, sind heute im Besitz von Inoue Motokatsu. Der Meister Taira Shinken starb im Jahre 1970.

Ufuchiku Kanakushiku (Ufuchiku ryu Kobujutsu)

Ufuchiku Kanakushiku (auch Kanagusuku Sanda) wurde 1841 auf Okinawa geboren. Er war der Polizeichef von Shuri/Okinawa und trug den Ehrentitel Ufuchiku. Sein Lehrer war Matsu Higa, der ihn im kobudō unterrichtete. Später entwickelte er seinen eigenen Stil: Ufuchiku Kobujutsu. Bevor er durch harakiri in den Tod ging, übergab er seine Kampfkunst an Moden Yabiku durch das menkyo kaiden. Weitere Schüler waren Takashiki Saburo und Kina Shosei. Im Jahre 1920 beging Ufuchiku Kanakushiku harakiri und kam damit dem Wunsch nach, seinem König in den Tod zu folgen.

Yara Chatan (Chatanyara Kobujutsu)

Yara Chatan wurde im Jahre 1760 in Chatan/Okinawa geboren. Im Alter von 12 Jahren reiste er für 20 Jahre nach China und studierte dort das chinesische quánfǎ und den Umgang mit dem bei Wong Chung Yoh. Über sein Leben als Kampfkunstmeister ist leider nicht viel bekannt. Als er nach Okinawa zurückkehrte, fand er sein Land im Chaos vor. Der Satsuma-Clan hatte Okinawa fest im Griff und so bildete auch Yara Schüler im kobudō aus. Leider war sein Training hart und er überforderte seine Schüler. Er überlieferte uns drei kata: chatanyara no tonfa (yaraguwa), chatanyara no kon und chatanyara no sai.

Studien Informationen

Siehe auch: Tonfa | Tonfajutsu | Budō-Meister

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. Sport Verlag Berlin.
  • Peter Crepon: Klassisches Tonfajutsu - Grundschule, Übungsmethoden und Kata. BSK Verlag 2005.

Weblinks