Zazen

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste

Zazen 座禅(jap): chin. Tso ch'an, Zen im Sitzen (Zen und Zahō). Die Praxis (Technik) des Zen.

Allgemein

Alle Künste des bestehen aus einem dreigeteilten Prinzip: waza (Technik), ki (Energie) und shin (Geist). Das zen hat seine eigene Technik (Waza) entwickelt: zazen. Zazen bedeutet „Sitzen“, zumeist in seiza zum Zwecke der Meditation. Die Übung im zazen besteht darin, in der Meditation über das bewusste Denken hinauszugehen und satori zu erreichen. Die höchste Form des zazen ist das Verweilen in einem Zustand gedankenfreier hellwacher Aufmerksamkeit, die auf kein Objekt gerichtet ist und an keinem Inhalt haftet (Shikantaza und Saijōjō Zen).

Zazen in den Kampfkünsten

Zazen ist nicht nur eine Übung, die dem zen eigen ist. Alle großen Meister der Kampfkünste üben zazen, um ihr ki () zu entwickeln. Die Übung des zazen hat eine tiefe Wirkung auf die Übung der Kampfkünste und gilt für deren wahre Ziele als unerlässlich. Kampfkunstsysteme, die auf die Praktiken des zazen verzichteten, haben andere ähnliche Übungen entwickelt, um den Geist zu schulen. In den ersten zehn bis fünfzehn Jahren steht für einen Übenden der Kampfkünste die Kampfkunsttechnik (waza) im Vordergrund. Es gibt keine Möglichkeit, über sie in die transzendentale Ebene (Transzendentalphilosophie) hinauszugehen, weil der Geist untrennbar an ihren Formen haftet und eine Befreiung nicht zulässt. In der Formgefangenheit (shu) ist es nicht möglich zu verstehen, welche Bedeutung ki (Energie) und shin (Geist) wirklich haben. Transzendenz kann nicht über das Formverständnis erreicht werden, weil das logische Bewusstsein nicht mushotoku („ohne Streben nach Profit“) sein kann. Mit dem logisch denkenden Bewusstsein versteht man nur das Gegenständliche und nicht die wahren Inhalte.

Übung des Zazen

Die Übenden werden angehalten ihr Kinn ein wenig anzuziehen und sich vorzustellen, dass sie die Decke des Raumes mit der Spitze ihres Kopfes stützen. Wenn man dies übt, hat man den Eindruck, dass sich das Rückgrat nach oben verlängert. Meister Kanazawa Hirokazu empfiehlt diese Zen-Praktik bei der Ausführung jeder Karate-Technik. Diese Haltung erlaubt die völlige Befreiung von allen inneren Energieblockaden und wirkt sich positiv auf die Stimulation der Vitalpunkte aus. Das einfache Sitzen in Zazen kann einen Anfänger mit verschiedenen Problemen konfrontieren. Manche Schüler können sich nicht gerade machen, andere können sich nicht entspannen, und wieder andere können die Schultern nicht gleichmäßig halten. Unzählige Probleme können auftauchen. Der Übende kann seinen Körper nicht vom Einfluss des bewussten Denkens befreien, das ihn total verspannt, und je mehr er es versucht, umso schlimmer wird es. Es dauert eine ganze Weile, bis ein Anfänger es lernt, überhaupt nur „einfach und gerade dazusitzen“. Das einfache Sitzen macht die Probleme unseres Stress erfüllten Alltags deutlich. Für Anfänger ist es schwierig, 10 Minuten lang in mokusō zu sitzen. Für mokusō verwendet man den Seiza-Sitz. Bei Ungeübten beginnen die Knie und die Fußgelenke zu schmerzen, und der Beckenbereich verspannt sich. Es ist jedoch nicht nötig, unbedingt die Seiza-Position zu wählen. Man kann in allen anderen Positionen ebensogut sitzen, wenn man die Prinzipien der Haltung, der Spannung und der Atmung beachtet. Kampfkunstübende, die es gewohnt sind, in seiza zu sitzen, können dazu eine Seiza-Bank oder die Kombination zwischen einem zabuton und einem zafu benutzen. Dies macht nicht nur das Sitzen angenehmer, sondern erhöht den Körper etwas und vermindert dadurch den Druck auf die Knie, wodurch die Lendenwirbelgegend nicht so leicht zusammensackt.

Studien Informationen

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.
  • Deshimaru Taisen: Za Zen. Kristkeitz 1979