Bun´ei no eki

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Die "Schlacht von Bun´ei" (文永の役, bun’ei no eki) bezeichnet die erste Mongoleninvasion in Japan unter Kublai Khan im Jahr 1274. Sie fällt auf die Regierungszeit des Kameyama-Tennō und des shikken Hōjō Tokimune.

Vorgeschichte

Obwohl sich Informationen über Korea verbreiteten, dass die Mongolen einen Angriff auf Japan planten, reagierte der amtierende shikken der Hōjō (Hōjō Tokimune), nicht im Geringsten darauf. Die japanische Militärdiktatur (bakufu) war mit internen Problemen beschäftigt, doch beim Hofadel von Kyōto löste die mongolische Gefahr große Ängste aus. Die Kampfkraft der Mongolen war in Japan bekannt und man wusste, dass eine Mongoleninvasion von der japanischen Armeen kaum abgewehrt werden konnte. Doch man versprach sie Vorteile durch die Insellage Japans und vertraute auf die gut ausgebildeten japanischen samurai, doch die Zweifel waren unübersehbar.<br.>Schließlich entsandte der Mongolenführer Kublai Khan eine eindeutige Aufforderung an Japan (Kameyama-Tennō und Hōjō Tokimune) und forderte die sofortige Unterwerfung des Japanischen Kaiserreiches und eine hohe Tributzahlung. Nachdem auch diese Aufforderung ignoriert wurde entsandte der mächtige Mongolenfürst 1274 eine Flotte von 450 Schiffen mit 30.000 Kriegern nach Japan, welche vor den japanischen Inseln Iki und Tsushima ankerten.

Bun´ei no eki - Kriegsverlauf

Die Schlacht von Bun´ei, im Jahre 1274 (japanisch bun´ei no eki, 文永の役), unter der Regierungszeit des Kameyama-Tennō und des shikken Hōjō Tokimune (1257-1284) im kamakura jidai wird als erste Mongoleninvasion in Japan bezeichnet. In Folge ergebnisloser Verhandlungen mit Japan entschied sich Kublai Khan zu einem Militärschlag gegen Japan. So machte sich 1274 eine Flotte aus mongolischen, chinesischen und koreanischen Kriegsschiffen in Richtung Japan auf den Weg. Aufgrund des Zeitdrucks waren die Schiffe jedoch von minderwärtigen Qualität und daher nicht ausgesprochen hochseetauglich.

Angriff auf Tsushima und Iki

Die transportierte Streitmacht, deren Stärke auf 20.000 bis 40.000 Krieger geschätzt wird, erreichte zunächst die Häfen von Tsushima und Iki und nahm beide Inseln fast widerstandslos ein. Die dort stationierte japanische Armee hatte der mongolischen Übermacht nichts entgegen zu setzen.

Schlacht in der Bucht von Hakata

Nach ihrem Sieg auf Tsushima und Iki, segelte die mongolische Flotte in die Hakata-Bucht und ankerte direkt vor Kyūshū auf dem offenen Meer. Auf dem Festland befand sich die japanische Verteidigungsarmee, aufgestellt von den lokalen Herrschern, gokenin (御家人), der Provinzen von Kyūshū, welche vom bakufu angewiesen waren, Verteidigungsmaßnahmen gegen die Mongolen-Invasion zu treffen. Am 19. November 1274 setzten die Mongolen in der Bucht von Hakozaki ihre übermächtigen Streitkräfte auf das Festland von Kyūshū über. Mit überlegener Kriegstatik nahmen sie nach zwanzig (20) Tagen das Gebiet um Hakato ein und zwangen die japanischen Verteidiger zum Rückzug ins Landesinnere. Die Japaner verschanzten sich daraufhin in der Festung Mizuki (水城), im Umkreis des dazaifu (Sitz des japanischen Verteidigungskommissars). Dort warteten sie auf das Eintreffen weiterer Truppen aus dem bakufu. Doch sie hätten einem weiteren mongolischen Angriff wahrscheinlich nicht standhalten können.<br.>Zu bemerken ist, das der mongolische Anführer Liu Fu Heng in den Kämpfen schwer verletzt wurde. Zusätzlich zog auf dem Japanischen Meer ein schwerer Sturm (taifun) auf, der den logistischen Nachschub der Mongolen unterbrach. Der Sturm versenkte auf dem offenen Meer ein Drittel der vor Anker liegenden mongolischen Schiffe und tötete ca. 13.500 mongolische Krieger. Obwohl zahlenmäßig und kriegstechnische überlegen, konnten die Mongolen die Kriegsfront ohne logistischen Nachschub nicht mehr halten und ordneten den Rückzug an.<br.>In den japanischen Tempeln, in denen man für einen Sieg gegen die Mongolen gebetet hatte, interpretierte man den rettenden Strum (taifun) als göttlichen Wind (kamikaze). Ob er tatsächlich kriegsentscheidend war, bleibt umstritten.

Folgen der Invasion nach 1274

Auch wenn der erste Mongolenkrieg das Kamakura-Shōgunat zunächst nicht stürzen konnte, lieferte er doch einen entscheidenden Beitrag zum gesellschaftlichen und politischen Umbruch jener Zeit.

  • Politik - das bakufu der Hōjō gewann durch den Mongolenkrieg innenpolitisch an Macht. Durch die Ermordung mancher ihrer Widersacher und die Aufspaltung des Klans in Untersippen, konsolidierte sich der Hauptklan in übersichtlichere Strukturen. Doch der absehbare nächste Mongolenangriff zwang die Hōjō auf der Insel Kyūshū eine Verteidigungsfront bereit zu halten, deren Finanzierung die Ressourcen der Militärregierung an ihre Grenzen brachte.
  • Gesellschaft - bei den bushi (Krieger) aus den Provinzen führte der Mongolenkrieg zu einer allgemeinen Verarmung, denn sie mussten die gesamten Kriegskosten (Ausrüstung, Verpflegung, u.s.w) selbst bezahlen. Vom bakufu wurde zwar ein go’on bugyō (御恩奉行, Kommissar für Entschädigungsfragen) ernannt, doch die Militärregierung stellte dafür nur wenig Geld zur Verfügung. Auch gab es keine Kriegsbeute oder eroberte Gebiete zu verteilen und so erhielten höchsten 120 Kriegersippen eine Entschädigung.<br.>Zusätzliche Kosten entstanden vor allem für die Kriegerfürsten auf Kyūshū, die vom bakufu beauftragt wurden, bewaffnete Verteidigungstruppen zum Schutz vor weiteren Invasionen bereit zu halten. In Folge wurden alle kriegstauglichen Männer auf Kyūshū für mindestens drei Monate im Jahr zu einem zusätzlichen Militärdienst verpflichtet. Dadurch fehlten sie als Arbeitskräfte auf den Feldern. Die Landwirtschaft brach im Süden Japans ein, Anbauflächen lagen brach, denn die Produktion von Lebensmittel konnte von den Alte, Frauen und Kindern nicht gewährleistet werden. Auf Kyūshū kam es in den folgenden Jahren zu bedrohlichen Hungersnöten.

Studien Informationen

Siehe auch: Mongoleninvasion in Japan | Japanische Kriege | Kōan no eki |

Literatur

  • Song Lian (宋濂) - Geschichte der Yuan-Dynastie, 1370 veröffentlichte Dynastiegeschichte (24 Dynastiegeschichten), die die chinesische Darstellung des geschichtlichen Zeitraumes der Yuan-Dynastie (chin. yuán cháo, jap. genshi) zwischen 1206 und 1369 schildert. Auch koreanische Geschichtsereignisse werden behandelt.
  • Wolfgang Bockhold - Das Hachiman-gudōkun (I) als historische Quelle, insbesondere zu den Invasionen der Mongolen in Japan, Dissertation, München 1982.
  • Thomas D. Conlan - In Little Need of Divine Intervention: Takezaki Suenaga's scolls of the Mongol invasion of Japan, Cornell East Asia Series, New York 2001.
  • Jacques Gernet - Die chinesische Welt, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.
  • Luther Carrington Goodrich und Ryūsaku Tsunoda (Hrsg.) - Japan in Chinese dynastic histories. Perkins, South Pasadena 1951.
  • John Whitney Hall, Kozo Yamamura (Hrsg.) - Cambridge History of Japan - Vol. 3: Medieval Japan, Cambridge University Press, New York 1990. ISBN 0-521-22354-7
  • Kyotsu Hori - The Mongol Invasions and the Kamakura Bakufu, University Microfilms Inc., Ann Arbor, Michigan 1967. (Dissertation)
  • James Murdoch - A History of Japan (Vol. 1), Routlegde & Kegan Paul Ltd., London 1949.
  • George Sansom - History of Japan (To 1334), Charles. E. Tuttle Company, Tōkyō 1974.
  • Nakaba Yamada - Ghenkō: the Mongol invasion of Japan, Smith, Elder & Co., London 1916.

Weblinks

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