Gasshō

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Gasshō (jap.: 合掌) sind die „zusammen gelegte Hände“, vollständige Bezeichnung kongō gasshō, Geste (mudrâ) des Händefaltens, die ursprünglich aus dem Tantrismus stammt und gebraucht wird, um Dankbarkeit zu bezeugen. Man legt die Hände mit waagrecht gehaltenen Unterarmen zusammen, so dass sie senkrecht nach oben stehen.

Erklärung

Die rechte Haltung (shisei) in den Kampfkünsten bezeugt eine innere Dankbarkeit gegenüber allen Umständen und Gegebenheiten des Lebens. In allen Philosophien wird eine solche oder ähnliche Haltung als Grundvoraussetzung zum Leben gelehrt. Das moderne Leben jedoch fordert den Menschen dazu auf, seiner Sehnsucht nach Vergnügen und Besitz nachzugeben. Auf diesem zweifelhaften Prinzip funktionieren die Konsumgesellschaften, die den Menschen den Egoismus, die Habgier und die Selbstsucht als Weg zum persönlichen Lebensglück einreden. Doch dies ist ein Weg, der das Leben gefährdet. Ein Übender des budō wird sich in der Bedürfnislosigkeit üben und damit seiner verinnerlichten Achtung gegenüber dem Leben Ausdruck verleihen. Er wird die Tendenzen, zu konsumieren, zu profitieren und haltlos zu leben, kontrollieren und sie in maßvolle Bahnen lenken.

Studien Informationen

Siehe auch: Kaisetsu | Kongō gasshō | Mudrâ | Tantrismus | Shisei | Budō

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.

Weblinks