Japanische Polizei

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von:

Die japanische Polizei, keisatsu (警察)


Wie in allen Zeiten und in allen Ländern der Welt, versuchten auch die jeweiligen Regierungen Japans soziale Unruhen zu verhindern indem sie die Gesellschaft durch die Polizei kontrollieren ließen. Die Organisation der Polizei war in Japan durch die Zeitalter verschieden, doch stets wurden in ihren Instanzen Waffen entwickelt, die zum Kobujutsu (Japan) gezählt werden. Wichtig für die Betrachtung der Kobujutsu-Waffen ist die Polizei des Mittelalters und die Polizei der Neuzeit:

Geschichte der japanischen Polizei

Polizei im Mittelalter

Der Begriff metsuke (目付) bedeutet wörtlich "Auge" im übertragenen Sinn bezeichnet er die feudalen Polizeiinspektoren im Ashikaga-Muromachi jidai (1333-1573) und im Edo jidai (1603-1868).

Polizei der Neuzeit

Seit Beginn der geschichtlichen Aufzeichnungen hatte jeder militärische Clan in den Provinzen seine eigene Polizei, deren Hauptaufgabe es war, Gesetz und Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Tokugawa-Shōgune entwickelten jedoch in ganz Japan ein riesiges und verschlungenes Netzwerk der Polizeikontrolle, ausgehend von der Hauptstadt Edo, wo sich die Kohorten der hatamoto und gokenin befanden und einer Reihe von lokalen Gründungen verschiedenster Art in den Provinzen. Edo war überfüllt mit Krieger und zivilen Angestellten, die alle polizeiliche Gewalt hatten. Garnisonen (kumiai tsujiban) und hatamoto, waren strategisch in 669 Beobachtungspunkte in und um Kyoto stationiert und kontrollierten zusammen mehr als tausend weitere Kontrollpunkte in den Distrikten der Bürger (jishinban). Diese Außenposten wurden durch zivile Beamte besetzt, die von den Zusammenschlüssen und Gilden in jedem Bezirk ernannt werden konnten. Die Beamte wurden nach ihrem sozialen Status, nach ihrem Einkommen und nach ihren Pflichten in drei Hauptkategorien unterteilt. Wachen (yoriki), Polizisten (doshin) und Streifen (okappiki).<br.>In den jeweiligen Kompanien gab es auch angeheuerte Assistenten (tesaki), die hauptsächlich aus der Gruppe der eta rekrutiert wurden. Zu ihren Aufgaben gehörte es, Tiere zu schlachten, als Gefängniswärter und als Henker zu dienen. Die eta und ihre Helfer (tedai) erhielten häufig auch die Aufgabe, gefährliche Kriminelle zu stellen oder zu eliminieren. Schwierigere Aufgaben führten sie in Zusammenarbeit mit den yoriki, doshin und okappiki aus. Der Polizeiapparat wurde offiziell vom Stadthalter (machi bugyo) beaufsichtigt, inoffiziell aber waren alle Polizisten unter dem Befehl der Zensoren oder Friedensrichter, die metsuke genannt wurden.

Das Amt des metsuke wurde im Jahre 1617 im Edo bakufu gegründet, und sollte die Überwachung und Einhaltung der Regierunghsvorschriften auch in den Daimyaten garantieren. Die metsuke waren die Befehlshaber über die Geheimdienste und damit die eigentlichen Chefs der Polizei. Die 16 Titelträger des Amtes verwendeten zur Beobachtung der auswärtigen daimyō und hatamoto zumeist ninja, die zu diesem Zweck ständig im ganzen Land herumreisten und einmal jährlich Nagasaki aufsuchen mußten, um Bericht zu erstatten. Als 1633 das Amt des ometsuke (Polizeichef) mit fünf Titelträgern gegründet wurde, unterstanden diesen alle metsuke und ninja, zu derem wichtigsten Bereich nach wie vor die geheime Aufsicht über die daimyō gehörte.<br.>Es gibt umfangreiche Beweise dafür, dass die feudalen Polizeioffiziere und ihre Assistenten viel Zeit und Mühe auf die Entwicklung von Waffen (mitsu dogu) und von Techniken verwendeten, die sie zur Erfüllung ihrer Pflicht brauchten. Diese waren vorzüglich der gegabelten Dolch (jutte, jitte), der Stab mit Stacheln (sode garami), der mittellange Stocks (), die Kette mit Griffen (manrikigusari), erfunden von Toshimitsu Masaki, Hauptwachmann am Tor des Schlosses von Edo und weitere Kettenwaffen (kusari), die wie Lasso-Bolas verwendet wurden. Polizisten werden auch in Zusammenhang mit der Entwicklung und Anwendung von Techniken des unbewaffneten Kampfes erwähnt. So ist z.B. in den Chroniken des feudalen Japans aus der Tokugawa-Periode der Polizeioffizier Yamamoto Kamizaemon aus Osaka berühmt geworden, der als Gründer des shin no shindo ryū Stil des jūjutsu) gilt. Die Kunst des individuellen Kampfes schuldet den Polizisten und auch den eta viel. Die offiziellen Chronisten der buke erwähnen das häufig nur mit Missgunst und geben diesen Männern zu wenig Bedeutung.

Studien Informationen

Siehe auch:

Literatur

Weblinks

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