Lù (Hirsch)

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Stephanie Kaiser

Der Hirsch (chin. 鹿 - ) ist in der chinesischen Mythologie und der Volksweisheit ein chinesisches Symbol für Langlebigkeit. Da „gutes Einkommen“ ebenfalls lautet, symbolisiert der Hirsch auch den Reichtum.

Vorkommen und Arten

In Asien vorkommende Arten sind unter anderem der Sikahirsch (Cervus nippon) und der Davidshirsch (Elaphurus davidianus). Viele Unterarten des Sikahirsches sind in ihren Beständen stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Der Davidshirsch ist in freier Wildbahn bereits ausgerottet. Die Erhaltung der Art war nur durch Haltung der Tiere im kaiserlichen Park in Peking und später in europäischen Wildgehegen möglich.

Der Hirsch in der chinesischen Kultur

Im Alten China herrschte der Glaube, dass der Hirsch eine besonders lange Lebenszeit hat, weshalb er wie der Kranich (鶴 - ) zum Symbol für Langlebigkeit wurde. So heißt es auch, der Hirsch könne den „Pilz der Unsterblichkeit“ finden, der der Mythologie zufolge auf den Inseln der Unsterblichkeit (蓬莱 - pénglái) zu finden ist.

Ist ein Beamter in Amtstracht neben einem Hirsch dargestellt, bedeutet dies, dass ihm „Ruhm und Reichtum beschieden sei“.

Der Hirsch in den Kampfkünsten

Der Hirsch ist neben dem Tiger (虍 - ), dem Bären ( 熊 – xióng), dem Affen (猴 - hóu), und dem Vogel (鸟 - niăo) eines der fünf Tiere (五禽 - wǔqín) in Huá Tuós „Spiel der fünf Tiere“ (五禽戲 - wǔqínxì).

Der Hirsch hat ein festes, sehniges und gespanntes Aussehen, mit gestreckten Nacken und hochgerecktem Kopf. Er hat eine stolze, aufrechte, kampflustige Haltung und ist ein Meister des Laufens. Die offenen Finger sind aneinander liegend gestreckt, der Blick ist klar und weit und kommt aus innerer Entspannung. Die Übung dehnt Sehnen, Muskeln und Knochen, bewirkt Beweglichkeit und Geschicklichkeit, verbessert das Gehen und Laufen und hilft bei emotionalen Unausgeglichenheit.

Studien Informationen

Siehe auch: Quánfǎ | Huá Tuó | Wǔqínxì (Spiel der fünf Tiere) |

Literatur

  • Wolfram Eberhard: Lexikon Chinesischer Symbole. Die Bildsprache der Chinesen. Heinrich Hugendubel, München 2004, ISBN 3-89631-428-9, S. 132.
  • Josef Guter: Lexikon der Götter und Symbole der Alten Chinesen. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-04-5, S. 154.
  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.