Ie

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von:

Ie, auch ke, ka (家) bezeichnet eine Familie oder ein Haus: iemoto - Oberhaupt einer Familie, kachō - Familienoberhaupt, Patriarch, kuge - kaiserlicher Hofadel, buke - Kriegeradel, honke - Stammhaus, bunke - Nebenlinie einer Familie, kakeizu - Stammbaum, kamon - Familienwappen, shōgunke - Familie des shōgun, gosanke (Stammfamilien der Tokugawa), jūdōka - Mitglied der Judō-Familie, karateka - Karater-Kämpfer.<br.>Das Schriftzeichen bezieht sich auf die alten japanischen Sippenverbände (uji) und die von ihnen abgespaltenen adeligen Zweigfamilien (honke), die sich nach dem Namensland (myōji no chi), benannten, in dem sie ansässig wurden. Entsprechend sind die ie Zweigsippen der uji, die sich verselbstständigten und eigene mächtige Clans zu bilden begannen, z.B. Minamoto, Fujiwara oder Taira.<br.>Aus den Minamoto spalteten sich insgesamt 17 Sippen (Ashikaga, Takeda, Nitta, Tokugawa u.a.), aus den Taira insgesamt vier Sippen ab. Jede Sippe hatte einen Gründervater, die den Sippennamen (myōji) nach der Provinz wählten in deren Verwaltungen (kokushu) sie Dienst geleistet hatten. Die neuen Namen wurden von den Behörden registriert und alle näheren Verwandten schlossen sich unter dem Namensverband (myōjizoku) und Familienverband (ichizoku) zu einer Sippe zusammen, die von dem Gründer (iemoto) angeführt wurde.<br.>Über Generationen hinweg umschloss der Klan alle, die sich auf ihren gemeinsamen Vorfahren, der das namensgebende Stammland erschlossen hatte, berufen konnten. Eine Sippe setzte sich aus geraden Übertragungslinien (Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel), seitlichen Übertragungslinien (Geschwister, deren Kinder, Brüder der Eltern, Onkel und Tanten), verschwägerten Verwandten (Angeheiratete, Schwiegereltern, Ehemänner der Schwester und Brüder und deren Kinder) Adoptivkinder und Paten (eboshi oya, eboshi) zusammen. Auf diese Weise konnte ein Sippenverband, der sich in einer neuen Provinz niedergelassen hatte, über Heirat, Patenschaft und Adoption schnell zu einem großen Klan heranwachsen, dessen Macht, Einfluss und Besitz entsprechend wuchs.

Studien Informationen

Siehe auch: Japanische Namen |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2009.

Weblinks