Tantō

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Tantō (jap.: 短刀) bedeutet „kleines Schwert“ und ist die Bezeichnung für einen Dolch oder ein Messer, mit geringerer Länge als ein wakizashi. Die kanji für tan (短 - klein) und (刀 - Schwert) werden dem Begriff zu Grunde gelegt.

Allgemeines und Gliederung

Tantō ähnelt in der Form einem katana (Langschwert) in Miniaturausgabe, von dem es alle Eigenschaften übernommen hat. Der Begriff bezeichnet ein leicht gebogenes, einschneidiges Messer mit einer Klingenlänge von (meist) weniger als einem shaku (ca. 30 cm).

Japanische Messer werden noch heute mit ähnlichen Schmiedetechniken gefertigt wie das altbekannte katana. Das Resultat war eine rasiermesserscharfe Waffe in Kurzformat. Die bushi (Krieger) trugen es im Gürtel, doch auch Frauen und Reisende führten es zur Selbstverteidigung mit.

Es gibt folgende Varianten:

TANTŌ - japanische Dolche
Tantō - langer Dolch (280-500 mm) (klassisches tantō)
Hamidashi - schmaler Dolch (280-400 mm)
Yoroi doshi - Kampfmesser (240-300 mm)
Aikuchi - großes Messer (280-400 mm)
Kaiken - Frauendolch (80-160 mm)
Kubikaki katana - Sicheldolch
Kozuka - kleines Messer
Ken tantō - zweischneidiges Messer
Kogai - Schwertnadel
Kougi - kleiner Dolch
Yari tantō - Speer mit geringer Länge

Formen der japanischen Messer

  • Hamidashi - Messer mit kleinem Stichblatt, kaum größer als die Grifflänge. Man trug es an der linken Hüfte und verwendete es im Nahkampf als „Helmbrecher“. Darüber hinaus war hamidashi das alltägliche Gebrauchmesser der bushi.
  • Yoroi doshi - Messer mit langer und extrem starker Klinge, das im Nahkampf zum Töten des Gegners gebraucht wurde, indem man mit ihm die gegnerischen Rüstungslamellen durchdrang. Das Messer yoroi doshi war fester Bestandteil des bewaffneten Nahkampfes (yoroi kumi uchi) und diente neben dem Zerschneiden der Rüstung auch zum Enthaupten des Gegners.
  • Aikuchi - als aikuchi wird eine Variante des tantō ohne Stichblatt bezeichnet. Der Griff schließt fast nahtlos an die saya (Scheide) an.
  • Kaiken tantō - kaiken (kwaiken) ist ein Messer mit ca. 8 bis 16 cm Klingenlänge. In erster Linie war es zur Selbstverteidigung und für den rituellen Selbstmord von Frauen (als Schutz vor Schande) gedacht, wurde aber auch vielfach von Mönchen verwendet. Der kaiken wurde verborgen unter dem Gewand getragen. Es gab sowohl Varianten mit gebogener, einschneidiger Klinge als auch dolchförmige, beidseitig geschliffene kaiken.
  • Kubikaki katana - beim kubikaki katana (auch kubikiri oder kubitori) befindet sich die Schneide auf der Innenseite der gebogenen Klinge. Dieses Messer wurde ausschließlich für Enthauptungen eingesetzt; die abgetrennten Köpfe besiegter Gegner wurden später dem daimyō oder dem Herrn des Kriegers als Trophäe, präsentiert.
  • Kozuka - kleiner Dolch, zusammen mit kōgai die hauptsächlichen Gebrauchsgegenstände der samurai im Alltag; diente gleichzeitig als Waffe.
  • Kōgai - lange Nadel, die zusammen mit kozuka an der Scheide des wakizashi befestigt war.
  • Ken tantō - es gibt auch tantō in kenzukuri. Ken ist zwar auch ein Begriff für Schwert, bezeichnet in diesem Fall aber die zweischneidige Klingenform.
  • Yari tantō - ein yari tantō wird aus der Spitze eines Speers (yari) hergestellt. Das Messer ist zweischneidig, hat allerdings einen eckigen, geometrischen Ansatz. Da yari eine sehr lange nakago haben, die auf Stöcken montiert sind, muss diese abgesägt werden. Dabei kann auch die mei, die Signatur des Schmiedes, verloren gehen.

Studien-Informationen

Siehe auch: Buki |

Literatur

Weblinks