Kinki

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Region Kinki in Japan

Kinki (近畿), wörtlich „nahe der Hauptstadt“, auch kinki chihō (近畿地方, Region kinki), ist heute ein geographisches Gebiet beziehungsweise eine Region (chihō) mit mehreren Provinzen (kuni) im Gebiet von Kansai. Die Region liegt im Südwesten der japanischen Hauptinsel Honshū. Bis zum edo jidai (1603) lagen alle japanischen Hauptstädte (miyako) in dieser Region.

Kinki im Altertum und Mittelalter

Der ursprüngliche Begriff für das japanische Kerngebiet ist kinai (畿内, „Hauptstadtinneres“, „das Innere der Hauptstadt“), unter dem die alten Provinzen Yamato, Yamashiro, Kawachi, Settsu und Izumi zusammengefasst wurden. Vereint bildeten sie im japanischen Altertum zunächst das Zentrum des damaligen Verwaltungssystems (gokishichidō).<br.>Später entstand der Begriff kinki (Umgebung der Hauptstadt), in dem weitere Gebiete von Kansai in der "Nähe der Hauptstadt" das japanische Machtzentrum vergrößerten. Nach dem Verlust der politischen Macht des tennō an den shōgun im kamakura jidai (ab 1192) trennten sich jedoch die politischen und kulturellen Kompetenzen voneinander. Die politische Macht lag im bakufu, die kulturellen Zentren wurden aber nach wie vor in der Umgebung der kaiserlichen Hauptstadt (kinki) identifiziert. Obwohl weder politisch noch verwaltungstechnisch relevant, blieben die alten Gebietseinteilungen im Gedächtniss des Volkes erhalten und standardisierte mehrere „inoffizielle“ Gebiete:

  • Keihanshin (京阪神) - Bezeichnung für ein kulturell zusammenhängendes Gebiet, bestehend aus der Umgebung von Kyōto (京都), Ōsaka (大阪) und Kōbe (神戸). Kulturzentrum Japans seit dem Altertum, das Schriftzeichen setzt sich aus den kanji der drei Städte zusammen.
  • Keihan (京阪) - Gegend um Ōsaka (大阪) und Kyōto (京都). Geschrieben wird der Begriff aus der Zusammensetzung der kanji aus Kyōto und Ōsaka.
  • Hanshin (阪神) - die Gegend um Ōsaka und Kōbe wird unter diesem Begriff kombiniert und mit dem zweiten kanji aus Ōsaka (大阪) und mit dem ersten kanji aus Kōbe (神戸) geschrieben. Die Autobahn zwischen den beiden Städten trägt den gleichen Namen. Weitere kulturspezifische Eigenheiten dieses Gebietes enthalten diese Bezeichnung.
  • Hanna (阪奈 ) - zusammengefasstes Gebiet um Ōsaka (大阪) und Nara (奈良).

Heutige Situation

Aktuell hat kinki keine verwaltungstechnische Bedeutung mehr, da die Gebietseinteilung Japans vom modernen System der japanischen Präfekturen (todōfuken, 都道府県) abgelöst wurde. Doch das zusammenhängende Gebiet in der Kulturregion von Kansai bewahrte seine Identität um die wichtigsten geschichtlichen Zentren (Kyōto als Kulturhauptstadt, Ōsaka als Handelszentrum, Kōbe als moderne Großstadt und viele weitere Städte von historischer Bedeutung wie z.B. Nara). In der Region von Kansai (33.109 m²) leben ca. 22 Mio. Menschen. In der japanischen Moderne werden in diesem Gebiet die Präfekturen Shiga, Wakayama, Mie, Kyōto, Nara, Ōsaka und Hyōgo klassifiziert.

Studien Informationen

Siehe auch: Chihō | Kinai | Kansai

Literatur

Weblinks