Kofun

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von:

Kofun (古墳) bedeutet wörtlich „altes Grab“, „Grabhügel“, „Tumulus“ und ist eine Bezeichnung für alte, meist schlüssellochförmig angelegte Hügelgräber, dokumentiert durch archäologische Funde im megalithischen Zeitalter Japans. Der Begriff gab dem Zeitalter kofun jidai seinen Namen.

Allgemeines und Einteilung

Die archäologischen Gräberfunde (tumuli) der frühen japanischen Geschichte gaben dem kofun jidai (ca. 250-538) seinen Namen, dokumentieren aber einen erweiterten Zeitabschnitt aus dem vorgeschichtlichen Reich der Yamato (300 v.Chr. bis 644 n.Chr.). Die in Japan bekanntesten kofun nennt man zenpōkōen (前方後円 - schlüssellochförmige Grabhügel) - wahrscheinlich eine rein japanische Erfindung. Doch Vorgängerversionen sind auch in China und Korea dokumentiert, die in Japan als Nachahmung betrachtet werden: enpun (円墳 - kreisförmig), zenpōkōhō (前方後方 - rechteckig) und hōfun (方墳 - quadratisch). Gleich ihrer Form dienten sämtliche kofun der Aufbewahrung verstorbender Reste bedeutender Klanoberhäupter (uji no kami) oder Kaiser (tennō).

Kofun-Fundorte

Im gesamten Landesgebiet Japans gibt es dafür archäologische Fundorte. Das heute wichtigste und aufschlussreichste Hügelgrab ist das daisenryō kofun (大仙陵古墳) bei Sakai (Präfektur Ōsaka), in dem Nintoku-Tenn (313-399) begraben ist. Es ist eines der größten Hügelgräber der Welt. Die bedeutendsten Fundorte für kofun befinden sich in folgenden Regionen:

  • Kansai - die frühe Hauptstadtregion Kansai verzeichnet heute die meisten und ältesten Kofun-Gräber, wie z.B. das Hügelgrab (ishibutai kofun) von Sōga no Umako in der Präfektur Nara oder das schlüsselförmige Grab des [[Ojin-Tennōo](Vater von Nintoku-Tennō) in der heutigen Präfektur Ōsaka. Doch auch in den Präfekturen aktuellen Mie (ishiyama kofun), Okayama (tategaishiki kofun) und Hyōgo (goshikizuka kofun) gibt es gleichwärtige Funde.
  • Kyūshū - in der heutigen Präfektur Fukuoka auf Kyūshū fand man die kofun von otsuka und sekijinyama (Steinmann), letzterer ein runder Tumulus mit einem Stein-Wächter vor dem Eingang. 1956 wurde das Hügel-Grab von Takehara entdeckt, eine kleine aber ausgeschmückte Ruhestätte mit Ornamenten und Malereien. Bereits im nihonshoki erwähnt, ist das Hügelgrab von Iwatoyama, das größte in der Präfektur Fukuoka. Es wurde jedoch im Laufe der Zeit gepründert.

Im Jahre 1873 wurde in der Präfektur Kumamoto, ein zenpōkōen (schlüssellochförmiges Grab) mit der Bezeichnung funayama entdeckt, das sich im Nachhinein als Bestandteil einer zusammenhängenden Grabhügellandschaft entpuppte. Darin fand man ein Schwert (tsurugi) mit chinesischen Gravuren von 438, was die Existenz der chinesischen Schrift in diesem Zeitalter Japans dokumentiert.

In der Präfektur Miyazaki fand man rund 330 zusammenhängende Gräber mit verschiedenen Formen, darunter 32 schlüssellochförmige Gräber (zenpōkoen). Die Anlage wird immer noch erforscht.

  • Kantō und Chūbu - in dieser Region wurden neuere kofun gefunden. Die Präfektur Saitama ist besonders reich an solchen Gräbern, die von einer neugeordneten Gesellschaft, eingeteilt in viele kleinere Herrschaftsgebiete, zeugen.

Offiziell war die Kofun-Zeit 538 beendet. Doch das Volk und viele Adelige pflegten die Tradition bis ins späte siebte Jahrhundert fort und sogar darüber hinaus wurden immer noch einfachere kofun errichtet. Diese dokumentieren die Veränderung des teisei (Zeit der Kaiserregierung) zum bakusei (Zeit der Shōgun-Regierung).

Studien-Informationen

Siehe auch: Kofun jidai | Japanische Zeitalter

Literatur

Weblinks

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