Yōi

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von:

Das Schriftzeichen für Yōi (jap.: 用意) wird mit „Achtsamkeit“, „Aufmerksamkeit“ oder „Vorbereitung“ übersetzt und bezeichnet die konzentrierte Grundbereitschaft zum Handeln, die aus dem Prinzip hara entsteht. Der Begriff bezeichnet einen Zustand der allgemeinen Aufmerksamkeit (chūi), und ist zunächst an keine körperliche Form gebunden, sondern meint einen psychologischen Zustand der Aufmerksamkeit gegenüber allen auftretenden Situationen. Übertragen in die Übung der Kampfkünste gewinnt es Inhalt in mehreren Übungsformen.

Formen des Yōi

Alle japanischen Wegkünste (geidō) verwenden yōi als Übungsprinzip, da eine Wegausbildung ohne die Prinzipien des yōi nicht funktioniert. In den Kampfkünsten des budō wird das Prinzip yōi in eine natürliche (yōi shizentai), psychologische (yōi gamae) und in eine körperliche Form (yōi dachi) gebracht. Diese mit den richtigen Inhalten zu üben, ist unerlässlich zum Verständnis des budō.

  • Yōi shizentai - bezeichnet die natürlich Aufmerksamkeit im Ausdruck des Menschen.
  • Yōi dachi - bezeichnet eine Stellung (tachi) mit dem körperlichen Prinzip der Aufmerksamkeit.
  • Yōi gamae - bezeichnet die innere Haltung der Aufmerksamkeit gegenüber allen Situationen aus der Umgebung.

Yōi in den Wegkünsten

Das Verständnis von yōi ist sowohl Maßstab als auch Bedingung zum Fortschitt in den Künste des budō. In den Übungsprozessen ist yōi immer mit dem Gruß (rei) verbunden und vereinheitlicht damit das Prinzip der Budō-Etikette (sahō), einer tragenden Säule in der Übung der klassischen Kampfkünste.

Studien Informationen

Siehe auch: Yōi shizentai | Yōi gamae | Yōi dachi | Karate |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.