Kaidō

Aus Budopedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
120px-Qsicon Ueberarbeiten.svg.png Der Inhalt dieser Seite ist nicht vollständig und muss überarbeitet werden.

Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Der Begriff kaidō (街道) bezeichnet die japanische Straßen und Seewege (海道), die seit altersher die Zentralprovinz (kinai) mit den entfernten Landesprovinzen (kuni) verbanden. Das System der Straßenverbindung wurde nach chinesischem Beispiel angelegt und bestand in Japan bereits seit dem asuka jidai. Über die Zeit des japanischen Altertums (kodai, 604-1192) wurde es als gokishichidō (fünf Provinzen von kinai und sieben Fernstrassen shichidō) bezeichnet und diente gleichzeitig als Name für die sogenannten äußeren „Gegenden“ (chihō).

Straßen im Altertum

Bezugspunkt im Altertum (kodai) war immer das Hauptstadtgebiet (kinai) mit den aufeinander folgenden Hauptstädten Asuka, Heijō (Nara), und Heian (Kyōto). Die von dort ausgehenden sieben Straßen (shichidō) sollten über Land oder auf See Reiserouten ermöglichen, Feldzüge erleichtern, eine effektive Verwaltung der Gebiete (chihō) gewährleisten und den Handel fördern. Der Name der Fernstraßen war zugleich auch der Namen der äußeren Provinzen.

Shichidō (七道) - die „sieben Fernstraßen“ im Altertum

Straßen in der Frühmoderne

Im edo jidai (1603-1868) wurde sowohl das Gesellschaftssystem (shinōkōshō) als auch das Straßensystem (kaidō) durch die Tokugawa-Shōgune reformiert. Die Reiserouten aus den Provinzen (kuni, chihō) zur Hauptstadt Edo gewannen vor allem durch das Gesetz sankin kōtai an Bedeutung, durch das die daimyō in abwechselndem Rhythmus gezwungen wurden, ein Jahr in der Hauptstadt und ein Jahr auf ihrem Landsitz zu leben. Die Reiserouten wurden in einem System von fünf Verbindungswegen (gokaidō) organisiert, in deren Verlauf sich zunächst Herbergen (honjin), danach aber auch Niederlassungen und Siedlungen gründeten, die die Keimzellen zur Entstehung neuer Städte waren:

Gokaidō (五街道) - die „fünf Fernstraßen“ der Tokugawa

  • Tōkaidō (東海道) - Küstenstraße von Edo nach Kyōto
  • Nakasendō (中山道) - Gebirgsstraße von Edo nach Kyōto
  • Kōshū kaidō (甲州街道) - Straße von Edo nach Kōfu (Kōshū) in die Provinz Kai
  • Ōshū kaidō (奥州街道) - Straße von Edo nach Shirakawa (Fukushima) in Provinz Mutsu/Ōshū
  • Nikkō kaidō (日光街道) - Straße von Edo nach Nikkō

Die alten kaidō bezeichnen hauptsächlich auch heute die Verläufe der japanischen Autobahnen und Eisenbahnlinien. Tōkaidō ist die wichtigste Straße Japans (Nationalstraße 1) und verbindet Tōkyō mit Ōsaka.

Studien Informationen

Siehe auch: Gokishichidō | Chihō | Kuni

Literatur

Weblinks