Dōgu

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Stephanie Kaiser

Dōgu (jap.: 道具) bedeutet „Werkzeug / Gerät (gu) für den Weg ()“. Es ist auch ein Überbegriff für Trainingsgeräte, zusätzliche Ausstattungen und sonstige Werkzeuge (bugu), die von den japanischen Kriegern (bushi) verwendet wurden. Siehe Wortbildungen gusoku - Rüstung; gusokushi - Waffenschmied.<br.>Die Bezeichnung dōgu setzt sich aus dem kanji für Weg () und Werkzeug (gu) zusammen. Der zusammengesetzte Begriff dōgu kreist um die ursprüngliche Bezeichnung gu (Ausstattung, Werkzeug, Gerät), die im früheren bujutsu als bugu die gesamte Ausstattung der japanischen Krieger (bushi) bezeichnete.<br.>Erst mit der Veränderung des bujutsu zum budō entstand der Begriff dōgu ( - Weg; gu - Werkzeug), mit dem man in einem Budō-System Übungswerkzeuge (gu - Werkzeug) innerhalb einer Wegübung ( - Weg) bezeichnet.

Japan

Dōgu bedeutet im Japanischen „Ausrüstung“ (bōgu und gusoku) und bezieht sich auf moderne Abwandlungen der Samurai-Rüstung (yoroi) zur Ausübung des kendō. Die Ausrüstung besteht aus einem Brustpanzer (), einem Helm mit Gesichtsmaske (men), unter dem ein Tuch (tenugui oder hachimaki) getragen wird, das um den Kopf gebunden wird. Weiter gehören dazu die gepolsterten Armschützer (kote) und dicke Stoffstücke (tare und tare obi), die die Hüften und das Becken schützen.

Okinawa

Diverse dōgu

Im okinawate wurden die dōgu zur Abhärtung, Körperausbildung (tanren und kitae) und Energieübertragung (makiwara) verwendet. Diese Übungen klassifiziert man unter seiri undō, hojo undō, kitae und tanren. Die aus der Tradition überlieferten Übungsgeräte der okinawanischen Kampfkünste sind nachfolgend aufgeführt.

Klassische Dōgu - im Karate
Chishi (Chikara ishi) - Steingewicht am Stil
Nigiri game (Kami) - Krug zum Greifen
Makiwara - Schlagpfosten
Temochi shiki makiwara - Hängemakiwara
Ishisashi (Sashi) - Steinschloß
Tan - Langhantel
Tou - Schilfrohr Makiwara
Kanshu (Jari bako) - Sandkasten
Sunakame - Krug mit Sand
Tetsu geta - Eisenschuhe
Kongoken - ovaler Metallring
Sashi ishi - Steingewicht
Makiage kigu - Gewicht auf Rolle
Tetsuarei - Kurzhantel
Sunabukuro (donō) - Sandsack
Tetsuwa - Eisenringe
Kakate biki - Holzpuppe

Bedeutung des Trainings mit den Dōgu

Das Training mit den dōgu stärkt den Körper und die Übertragungskraft in der Technik. Um in einem realistischen Kampf überleben zu können, sind zwei grundlegende Betrachtungen notwendig:

  • Tanren - stähle deinen Körper, so dass du gegnerische Treffer unbeschadet annehmen kannst. Dabei ist zu beachten, dass das Annehmen einer gegnerischen Technik geübt werden muss. Man sollte nicht glauben, dass dies ohne Übung funktioniert. Um Verletzungen und Niederlagen zu vermeiden, ist im Training ein kontrollierter Körperkontakt der Techniken nötig, dessen Wirkung man durch das Training mit den dōgu und den Übungsmethoden der kitae erheblich steigern kann. Der Begriff sun dome (Abstoppen) ist lediglich ein Trainingsprinzip, dass vor Verletzungen in Partnerkämpfen bewahrt, doch die Realität der Selbstverteidigung, darf nicht außer acht gelassen werden. Damit muss in der Übung entsprechend situativ unterschiedlich, jedoch immer verhältnismäßig umgegangen werden.
  • Makiwara - die Übertragungskraft deiner eigenen Technik. Das Training am makiwara und seiner begleitenden Übungen (z.B. Greifkraft der Finger) darf von keinem ernsthaften budōka vernachlässigt werden. Entgegen manchmal anders lautender Behauptungen kann die Kontrolle der Energie (ki) in der Technik und ihre Übertragung auf ein Ziel im Moment des Treffens (kime) nicht verstanden werden, wenn das Training am makiwara fehlt. Nur im Training von Techniken des kihon ohne Rückschlag von einem Ziel (hyōteki) können die komplizierten Methoden des kime nicht in Körpererfahrung umgesetzt werden und die Technik bleibt weitgehend wirkungslos.

Studien Informationen

Siehe auch: Gusoku | Bugu | Yoroi |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.
  • Werner Lind - Karate Kihon, BSK 2006

Video

  • Higaonna Morio - Body conditions, Panther Productions,
  • Higaonna Morio - Power Training (2 vol), Tsunami
  • Werner Lind - Makiwara und Kime, Abanico.

Weblinks