Graduierungen

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Artikel von: Werner Lind<br.>Nachbearbeitet von:

Graduierungen bezeichnen pyramidenmäßig aufgebaute Fortschrittsstrukturen eines japanischen Stils (ryū), in die sich seine Übenden hierachisch einordnen. Sie sind in ihrem Wesen historisch, traditionell und psychologisch bedingt und regeln in eigener Weise die Lern- und Lehrstrukturen einer Budō-Gemeinschaft.<br.>Mit Wurzeln in der japanischen Lebensweise gibt es ähnliche Beziehungen auch in der Gesellschaft. Sie stehen für die Abhängigkeitsverhältnisse der Bürger untereinander (kōhai, dōhai und senpai) und im Lern- und Lehrprozess für das Verhältnis (shitei) zwischen Lehrer (sensei) und Schüler (deshi).<br.>In diesem Sinn gelten sie auch in den japanischen Budō-Stilen und werden dort analog zum Gesellschaftsleben verstanden. Sie regeln zunächst das Oben und Unten, das Mit- und Nebeneinander in den menschlichen Beziehungen.<br.>Für das bujutsu gab es dafür bereits im frühen japanischen Mittelalter das System menkyo, dessen Rangordnungen sich jedoch von Stil zu Stil unterschieden. Jigorō Kanō überarbeitete 1883 das Menkyo-System und gründete das dankyū seido. Später bezeichnete man die Graduierungen und Ränge im budō schlicht als kyūdan.<br.>Rangsysteme gibt es heute in allen budō-verwandten Disziplinen und Sportarten - von traditionellen Systemen bis zum Kickboxen. Doch die meisten weisen lediglich den technischen Stand ihrer Mitglieder aus, der auf der Basis einer Prüfungsordnung ermittelt wird.

Studien Informationen

Siehe auch: Menkyo | Dankyū seido | Kyūdan | Menjō | Shuhari und Kyūdan | Prüfungen | Titel im Budō |

Literatur

  • Werner Lind: Lexikon der Kampfkünste. BSK-Studien 2010.

Weblinks

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