Shodan

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste
Nachbearbeitet von: Ursel Arnold | Werner Lind

Der shodan (jap.: 初段) ist der 1.dan (auch ichidan) im Gürtelrangsystem kyūdan des budō. Er bezeichnet den Eintritt des Übenden in die Stufe der yūdansha (Personen mit dan) im Lehrabschnitt shoden. Dieser Grad berechtigt zum Tragen des kuro obi (Schwarzgurt). Die Graduierung entspricht noch nicht der Meisterschaft einer Disziplin des budō, sondern bezeugt ein inneres Potenzial, dank dem die Lehre (oshi) über den Weg () möglich wird.

Inhaltsverzeichnis

Definition des shodan

Der 1.dan sagt über einen Übenden aus, dass er in der Lage ist zu erkennen, dass hinter der körperlichen Übung ein Weg () steht, dessen Meisterschaft zu Höherem befähigt als die bloße Technik. Die Fähigkeit zu dieser Erkenntnis hat er sich in jahrelanger Suche nach Formperfektion in den Stufen der mudansha (Personen ohne dan) erworben. Nun liegt der Weg vor ihm. Doch er weiß nicht um das „Wie“ dieses Weges, denn sein bisheriges Wissen ist nichts weiter als eine Vorahnung.
Deshalb wird diese Stufe auch als „Grad des Suchenden“ bezeichnet. Noch ist kein Schritt getan, doch die Voraussetzung, dass das Fortschreiten auf dem Weg beginnen kann, ist jetzt gegründet. Sie besteht hauptsächlich im täglichen Kampf um die rechte Haltung (shisei).

Aus dem BSK-Prüfungsprogramm

Hauptartikel: BSK-Prüfungsordnung

Die Stufe der kyū ist abgeschlossen. Du bist nun als junger Schwarzgurt auf der Suche nach deinem Weg () im budō. Du weißt, dass du von der wahren Meisterschaft noch entfernt bist, aber du hast die erforderlichen technischen Stufen gemeistert und deine inneren Fähigkeiten so weit entwickelt, dass du in kommenden Jahren die geistigen Aspekte des budō in ihrer Tiefe erfahren kannst. Du weißt, dass dieser Weg dich zu Höherem befähigen wird, als es bloße körperliche Technik kann.
Der 1.dan ist die Stufe der Krieger, und so bist du als junger Schwarzgurt auch ein wenig gefürchtet, denn du bist in deiner Haltung und in deiner Technik konsequent und kriegerisch. Aber gleichzeitig erringst du mit deiner Bekenntnis zu den Werten des budō auch die Achtung und Bewunderung der Schülerstufe. Du stehst ihnen bei allen Fragen zur Seite und leitest sie mit Geduld und Hingabe auf dem Kyū-Weg, der nun hinter dir liegt. Gleichzeitig weißt du, dass du nun wieder am Anfang eines neuen Weges stehst, vor vielen vielversprechenden Türen, die dir neue Einsichten eröffnen werden.
Der 1.dan ist in der Entwicklung eines Übenden eine problematische Stufe. Einerseits vertrittst du damit dich selbst, andererseits bist du noch Schüler und hast die Aufgabe, die Verbindung zwischen den Kyū-Graden und deinem sensei herzustellen. Vermeide auf jeden Fall Selbstsucht und autoritäres Gehabe gegenüber den Kyū-Graden und vergiss nicht, dass du selbst noch Schüler bist. Weder herrsche nach unten noch diene nach oben, sondern sei in beide Richtungen ein zuverlässiger Partner. Sei sensibel und beobachte stets welche Reaktionen dein Verhalten hervorruft. Aus dieser Beobachtung kannst du viel lernen.

Studien Informationen

Siehe auch: Kyūdan | Yūdansha | BSK-Prüfungsordnung | BSK-Graduierungen | Budō

Literatur

  • Francis Didier: Karate dō - L´Esprit Guerrier., Sedirep 1988.
  • Werner Lind: Karate Grundlagen, Kihon, Kata, Kumite. BSK 2005.
  • Werner Lind: Budo - Der geistige Weg der Kampfkünste. O. W. Barth 1993.

Weblinks