Yamatai

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste<br.>Nachbearbeitet von: Werner Lind

Yamatai (邪馬台) ist die Bezeichnung für eine kleine Stammprovinz, in der sich in der japanischen Frühzeit (genshi) erste Machtstrukturen des späteren Yamato zu entwickeln begannen. Yamatai war auch der Kernbezirk und Ausgangspunkt zur Entwicklung des späteren japanischen Reiches (Japan).

Mythologie der Gründung

Außer Mythen (nindai und jindai) aus dem kojiki („Aufzeichnung alter Begebenheiten“) und nihonshoki („Chronik Japans in einzelnen Schriften“) ist nichts über dieses frühe japanische Stammland bekannt. Legenden behaupten, dass von ihm ausgehend Jinmu-Tennō (660 v.Chr.) sechs Ländereien zu einem Herrschaftsgebiet vereinigt haben soll, das später die Kernprovinz Yamato (Yamato no kuni) bilden sollte. Wahrscheinlich gehörten dazu auch die Provinzen Takeda und Shiki.

YAMATAI - Vereinigung der Provinzen
  • Yamatai
  • Katsuragi
  • Oshikochi
  • Yamashiro
  • Kii
  • Ise
  • Takeda
  • Shiki

Entwicklung nach der Zeitwende

Dieses früh entstandene Machtzentrum Japans wurde zum ersten Mal namentlich in den chinesischen Schriften des wèizhì (sānguózhì, 189-280 n.Chr.) erwähnt und dort als Land Wa bezeichnet. Die daifeng (chinesische Kommandatur unter der Wei- und Jin-Dynastie auf Korea) lokalisierten das Gebiet des Landes Wa fälschlicherweise im südlichen Kyūshū. Heutige Fundorte, besonders von Bronzespiegeln (yata no kagami), belegen seine Existenz jedoch in der Gegend um Nara und Kyōto. Keineswegs wurde es - wie in den japanischen Mythologien beschrieben - von einer ununterbrochenen Kette japanischer Kaiser (tennō) regiert. Yamatai war zumindest in seiner späten Geschichte (ab der Zeitwende) ein Herrschaftsbereich, in dem sowohl japanische als auch koreanische Herrscher (z.B. Ōnin) regierten. Sie gelangten entweder duch die Wahl der Stammesfürsten oder durch Kriege an die Macht.

Sowohl die Namen als auch die Jahresdaten (nengō) der „Herrscher über das Land Wa“ sind nur durch Mythen belegt und wissenschaftlich nicht gesichert:

HERRSCHER über das Land Wa

(mythologische Daten)

Entstehung des japanischen Volkes

In überlieferten Mythen und in chinesischen Annalen wird auch eine frühe Regentin namens Himiko (ca. 183-248 n.Chr.) erwähnt, die freundschaftliche Kontakte zu den Wei-Chinesen und zu Korea pflegte. Sie regierte als Wahl-Königin über ein Gebiet von 300 bis 600 km2, das ca. 32 Provinzen (kuni) vereinigte. In ihrer Zeit und danach (ca. 200-300 n.Chr., Ende des yayoi jida) wurde das Land Wa von Einwanderern aus China und Korea überschwemmt, die neue Technologien mitbrachten, wodurch gesellschaftliche und regierungspolitische Veränderungen stattfanden. Ab 400 n.Chr. begann sich durch diese Völkerverbindung die japanische Rasse abzubilden.

Übergang zum yamato jidai

Yamatai war ein erstes kleines Herrschaftsgebiet verschiedener ethnischer Regenten auf den japanischen Inseln, von dem ausgehend sich später Yamato entwickelte. Wann Yamatai endet und Yamato beginnt ist heute umstritten, die meisten Forscher datieren den Übergang aber auf das Jahr 250 n.Chr.<br.>Mit Yamato begann auf jeden Fall eine Machtperiode des gleichnamigen Klans, der in kontinuierlicher Folge alle Kaiser (tennō) bis in die heutige Zeit stellt. Der Begriff ist außerdem ein wichtiges Symbol für das alte Japan und bedingt (mythologisch) die ununterbrochene Folge einer rein japanischen Kaiserkultur.

Studien Informationen

Literatur

  • Jonathan Edward Kidder: Himiko and Japan’s elusive chiefdom of Yamatai, University of Hawai’i Press, Honolulu 2007.

Weblinks

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