Yondan

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Artikel aus: Lexikon der Kampfkünste
Nachbearbeitet von: Ursel Arnold | Werner Lind

Der yondan (四段) ist der 4.dan im Gürtelrangsystem kyūdan des budō. Er bezeichnet die Stufe des „technischen Experten“, des „vollendeten Kämpfers“ im Lehrabschnitt kaiden in den Graduierungen der yūdansha (Personen mit dan). Der Grad berechtigt zum Tragen des kuro obi (Schwarzgurt) und ist der erste Grad der vollständigen Einweihung in die hintergründige Tradition (ura) des budō. Ein Übender kann die Graduierung nur erreichen, wenn er zum Hauptlehrer (shihan dai) der Budō-Pyramide und zu seinem persönlichen Lehrer (sensei) eine budomäßige Lehrer-Schüler Beziehung pflegt.

Inhaltsverzeichnis

Definition des yondan

Der yondan weiß um die Bedeutung der Vervollkommnung der äußeren Technik für den inneren Fortschritt, aber auch um die Bedeutung einer Beziehung zu allen Lehrern auf der Budō-Pyramide. Er hat jene Grenze erreicht, bis zu der technischer Fortschritt allein durch Körperübung möglich ist. Gleich ob er kihon, kata oder kumite übt, er sucht immer eine innere Auseinandersetzung. Er sucht die Wahrheit in sich selbst.
Der yondan weiß, dass er von nun an neue Wege gehen muss, um sich weiter zu verbessern. Die Kampfkünste sind für ihn zum Lebensinhalt geworden, mit dem er sich ganz identifiziert. Er verinnerlicht die geistigen Aspekte der Kunst, indem er sie im dōjō und im Alltag lebt. Auf dieser Stufe ist für ihn zum ersten Mal die Verbindung zwischen Kampfkunstphilosophie und Technik möglich.
Auf dieser Stufe ändert sich sehr viel. Das Denken erhält einen anderen Inhalt, der Selbstumgang wird bewusster und die Übung eine andere. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Innen und Außen. Kihon, kata und kumite werden erst hier zur wahren Wegübung. Diese Art der Übung eröffnet neue Wege. Der yondan ist die Vorstufe zur wahren Meisterschaft und zum Eintritt in die Stufe der kodansha (Person mit hohem Grad).

Der yondan ist in der Lage, seinen Geist, seine Atmung und seinen Ki-Fluss in der körperlichen Übung zu kontrollieren, mit der Technik zu verbinden und zu einer maximalen Wirkung zu entwickeln. Deshalb sucht er in allem, was er tut, weiterhin die innere Perfektion. Dort liegt der Schlüssel zur Meisterschaft.

Aus dem BSK-Prüfungsprogramm

Hauptartikel: BSK-Prüfungsordnung

Auf dieser Stufe hast du die körperliche Technik weiter verbessert. Du lebst deine Kunst nicht nur im dōjō, sondern auch im Alltag. Du beginnst die Verbindung zwischen Philosophie und Technik zu spüren und bist erstmals in der Lage, den Ki-Fluss mit der Technik zu verbinden. Deine Übung hat dadurch völlig neue Schwerpunkte. Du hast eine Verbindung zwischen Innen und Außen (omote und ura) gefunden.
Doch du überlieferst die klassische Lehre (oshi) so wie du sie von deinem sensei gelernt hast. Du hältst dich nach wie vor an Standards und Formen und interpretierst nicht eigenwillig, da du dadurch das System verfälschen könntest.
Immer noch gibt es sehr viele Zusammenhänge, die du noch nicht verstanden hast. Gib dir Zeit und warte, bis dein sensei dich in die Stufe der kodansha (ab godan) graduiert. Wenn du zu früh eigenwillig interpretierst, werden deine Schüler fehlgelenkt und können die Kampfkunst nicht verstehen.
Wenn du die Lernverbindung zu deinem sensei vernachlässigst oder verletzt, wirst du die Stufe der kodansha nie erreichen. Dann hast du in der Tat nicht verstanden, worum es in den Kampfkünsten wirklich geht.

Studien Informationen

Siehe auch: Kyūdan | Yūdansha | BSK-Prüfungsordnung | BSK-Graduierungen | Budō

Literatur

  • Werner Lind - Karate Grundlagen, Kihon, Kata, Kumite, BSK 2005.
  • Francis Didier - Karate dō - L´Esprit Guerrier, Sedirep 1988.
  • Werner Lind - Budo - Der geistige Weg der Kampfkünste, O. W. Barth 1993.

Weblinks

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