Okuden

Aus Budopedia
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Okuden (jap.: 奥伝) ist die „Weitergabe des Versteckten“ und Synonym zu hiden („Weitergabe des Geheimen“). Bezeichnung für die Übermittlung der hintergründigen Lehren einer Kampfkunst. Okuden bezeichnet eine fortgeschrittene Stufe der Kampfkunstausbildung und bezieht sich auf jenen Teil der Übung, in dem die Form der Technik (omote) bereits gemeistert ist.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Wenn der Übende sich in omote (Formlehre, entspricht dem 1. und 2. dan) bewährt hat, öffnet der sensei ihm den Zugang zu den okuden. Die okuden gelten seit frühester Zeit als die innersten Geheimnisse (gokuhi) einer Kampfkunst und wurden nur den engsten Schülern (uchi deshi) preisgegeben. Sie wurden von Generation zu Generation auch in verschlüsselten Schriftstücken (densho und makimono) überliefert. In den Graduierungssystemen der Kampfkünste (kyūdan und menkyo) kann der Übende nach dem vollständigen Verständnis der okuden das menkyo kaiden erhalten, das ihn berechtigt, die Kampfkunst weiterzugeben. Die Lehre für den durchschnittlichen Schüler beschränkte sich auf omote.


Nähere Betrachtung

Okuden (Weitergabe des Versteckten) und hiden (Weitergabe des Geheimen) bezeichnen die im innersten Zentrum einer Kunst stattfindende Weitergabe der Lehre (oshi) und enthalten einen zweigleisigen Weg: oku (inneres) beinhaltet die Übungshintergründe (ura) und bezieht sich auf die Weitergabe (den) des im Hintergrund versteckten „Wie“ und „Warum“ aller Übungen (geiko) im budō. Diese geschehen nicht durch eine Offenbarung, sondern durch die langjährige Übungsanleitung eines um die Prinzipien der ura wissenden sensei. Darin findet die korrekte Ausbildung in den Techniken des kihon statt, worin sich all jene Attribute (Persönlichkeitsbildung, Energiekontrolle, Gesundheitsübung, usw.), die man der Kampfkunstübung zuschreibt, erst verwirklichen. Sie sind Bedingung und Voraussetzung zu den gokuhi.

Hi bezeichnet die Geheimnisse der Technik-Anwendung in den einzelnen Stilen. Sie werden erst dann übermittelt (den), wenn vom Schüler die Voraussetzung zu oku erfüllt wurde.

Den (überliefern, übermitteln) ist die korrekte Weitergabe der Kunst in ihrem vollständigen Umfang. Das kanji bezeichnet einen sich umdrehenden Menschen und steht für die Hinwendung des Meisters zu einem vertrauten Schüler (uchi deshi), dem er die Hintergründe (ura) und die Geheimnisse (gokuhi) seiner Lehre offenbart. Die Weitergabe erfolgt in der Regel in schriftlicher Form (denshō) oder mündlich (kuden). Manche Übertragungen erfolgen auch auf einer nichtsprachlichen Ebene, wie z.B. die Übertragung von „Herz zu Herz“ (ishin denshin) oder die Übertragung durch eine „göttliche Inspiration“ (shinden).

Die okuden des karate sind die im Zentrum versteckte Essenz des kihon und des kata bunkai. Versteckt sind sie durch ihre Einfachheit - oft betrachtet ein Mensch nicht die Realität vor seiner Nase, sondern sucht sie in den Komplikationen seines analytischen Verstandes. Dann kann es passieren, dass Wirklichkeiten im Nebel verschwimmen und seine Entscheidungen trüben.

Studien Informationen

Literatur

Weblinks